Die Rechnung bitte – Il conto per favore!

Mit dem lieben Geld hat ja jeder so seine Eigenheiten… Aber wenns ans (gemeinsame) Zahlen geht, stoßen oft viele kulturelle Unterschieden aufeinander: Die Rechnung bitte – Il conto per favore! – Und es treten Fragen auf wie: zusammen? getrennt? Trinkgeld? wie viel davon?

zusammen? getrennt?

Diese Frage stellt sich in Italien nicht. Während man in Deutschland eher selten schief angeschaut wird, wenn man mit einer Gruppe von 14 Menschen Essen geht und jeder sein Gericht und Getränk selbst bezahlt sowie Trinkgeld gibt, wäre das in Italien vermutlich ein Skandal mittleren Ausmaßes.

Eines Abends als wir alle ziemlich neu in Venedig waren, hat der Uni IT-ler sein Versprechen wahr gemacht und uns (einer Gruppe von circa 55 Leuten) die, seiner Meinung nach, beste Pizza Venedigs vorgestellt. Er hat also eine riesige Tafel reserviert und wir haben Pizze aller Arten bestellt und probiert, getrunken, gelacht und viel Spaß gehabt.

Als es jedoch ans Zahlen ging, brach DAS CHAOS aus. Wir waren eine Gruppe von Studenten aus aller Welt: Amerika, Australien, China, Deutschland, England, Holland, Japan, Spanien… die erst seit ungefähr einer Woche in Italien lebten und viele verschiedene Traditionen im Gepäck hatten.

Er erklärte uns also, das man hier alla romana bezahlt. In Italien ist es überhaupt nicht üblich, dass jeder bezahlt, was er verzehrt hat. Man nimmt also die Rechnung und teilt sie durch die Anwesenden. Jeder wirft was in die Runde. Es ist absolut nicht mehr nachzuvollziehen, was an diesem Abend geschah.. Einige waren nicht damit einverstanden, weil sie „extra die billigste Pizza bestellt haben“ andere wiederum feierten diese Art zu bezahlen und bestellten sich schnell noch ein, zwei Schnäpschen.. auf jeden Fall war der Teufel los.. natürlich, wie sollte es auch anders sein.. endete dieser Abend damit, dass über hundert Euro fehlten. Das ist ein extremes Beispiel mit einer Riesengruppe. Es war neu für alle und alle hatten noch viel zu lernen.

Im Freundeskreis hingegen hat es von Anfang an IMMER funktioniert. Es gab keine Benachteiligungsvorstöße.. weil mal die oder der eine, und mal der oder die andere, mehr oder weniger verspeisten oder tranken.. Außerdem einigte man sich vorher darauf, wohin man ging und kannte auch das Budget der anderen so ungefähr.

Das war am Pizzaabend so nicht gewesen. Eine große Gruppe wurde „ohne Vorwarnung ins kalte romanische Wasser geworfen“ – es ist immer wieder erfrischend, wie viel man lernen kann, wenn man sich aus der eigenen Kultur herauswagt um den Horizont zu erweitern.

Habt einen schönen Tag und schaut doch mal, wie die anderen bezahlen 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s