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#homeiswherethepalmtreesare

Ein Tag – tausend Emotionen

Ich habe 1000 Tränen geweint, bin 1000 Kilometer gefahren, habe abertausend Eindrücke gesammelt, in einem Tag so viel erlebt, wie manchmal in einem Monat nicht.

Und was bleibt nach diesem vollen Tag übrig? Vertrauen.

Vertrauen in sich selbst.

Vertrauen in die Umwelt.

Vertrauen in die Menschen.

Wir Menschen sind eigentlich sehr einfach gestrickt: Wenn wir ein Dach überm Kopf haben, mit ein paar Dingen darunter, durch die wir uns Zuhause fühlen, ein soziales Umfeld haben, uns dort wo wir sind auskennen und dann dazu noch gesund sind- dann ist alles paletti. Wenn man aber sein Umfeld, Wohnung, Freunde und Lieben zurücklässt, droht einem das alles auf einen Schlag „zu verlieren“. Auch wenn man sich das selbst aussucht, schleichen sich einige Gedanken ein, die die letzten Tage auch durch die ganzen Abschiede (Abschied vom Supermarkt gegenüber, Abschied von Wohnungen, Freunden, Lieben, Plätzen, Gewohnheiten, Lieblingssushi usw) schwierig gestalten. So kam es also, dass ich tausend Tränen geweint habe, bevor ich mich ins Auto setzte um die tausend Kilometer zu fahren.

Nun ja, was kann ich sagen… gestern früh war ich mir nicht sicher, ob ich vielleicht noch auf halbem Weg umdrehen sollte.. Am Tag zuvor der Regen in München, sodass ich nichtmal meine Sachen gescheit einladen konnte, dann der Selbstmord meines Handys in Vicenza, sodass ich mich vom Wetter, der Technik und vor allem von meiner Entscheidung alleine gelassen fühlte. Mit ein bisschen wuuuuusaaa, durchatmen und gutem Zuspruch von Rettern in der Not, ist so ein kleines Tief schnell verflogen. Ich wurde mit einer super Fahrt ohne Stau und sonstigen Problemen entlohnt, konnte viel Musik hören, die Landschaft beobachten, alles in mich aufsaugen und mich mehr oder weniger langsam in mein italienisches Leben fahren.

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mein erster neuer Freund #aufdemnächstenfotobinichvielleichtbraun

Meine einzige wirkliche Sorge war bis dato, dass ich keine Wohnung habe und mir schon vorstellte 2 Monate airbnb-bnb&hotelhopping machen zu müssen… die Onlinesuche war sehr schleppend, fast niemand hat auf meine Anfragen geantwortet. Ich habe nur riesiges Apartments gefunden; manch einer denkt jetzt „was beschwert die sich“.. aber ich habe bisher nur in WGs gelebt und das sehr genossen – alleine zu leben und Platz zu haben ist für mich eher eine Horrorvorstellung – auch wenn die Preise für eine Wohnung hier mit den Preisen für ein WG-Zimmer in München vergleichbar sind. Glücklicherweise konnte ich durch einen Bekannten gestern gleich eine Wohnung anschauen und am Montag vielleicht noch eine…

Das Vertrauen in mich selbst hat mich also dazu gebracht loszufahren, weiterzufahren und anzukommen.

Das Vertrauen in die Umwelt hat mir erlaubt, ohne Handynetz in mir unbekannte Gefilde aufzubrechen.

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Und das Vertrauen in die Menschen hat dazu geführt, dass ich nicht nur bereits eine Wohnung angeschaut habe, sondern auch dazu, dass ich meinen Besitz in der Wohnung eines Bekannten untergestellt habe, den ich 3 kurz Mal gesehen habe. Dazu, dass ich in meinem airbnb fürs Wochenende mit Pasticcini, Musik, Wein, einer Einladung zum Kutteln essen und tollen Geschichten Willkommen geheissen wurde.

Ich habe diesen langen Tag also mit den Füßen im Sand, dem Blick aufs Meer, einer Pizza mit Radicchio, Salsiccia und Grano in den Händen und größter Dankbarkeit im Herzen beendet.

PS: Mein neuer Leitspruch: #homeiswherethepalmtreesare

 

Song of the day:

 

 

Addio und Tschüssle ( Pfiadi und Pfiadseich )

Hier sitze ich, habe mein Leben in diverse Tüten gesteckt, mein Herz wie immer in alle Winde verweht… Der Zustand, nicht mehr da zu sein, aber auch noch nicht weg, macht mich federleicht und gleichzeitig mein Herz so schwer. Werde ich beim Entdecken von Neuem aufblühen? Werde ich Gewohntes vermissen? Wird mein Herz bluten? Jeder neue Anfang birgt ein Wunder in sich.. ja, es ist wirklich so. So schwer war es bisher jedoch noch nie. Falls ihr mein Abendteuer verfolgen wollt.. dann schaut doch ab und zu hier vorbei 🙂 Letzte Grüße aus München