Ode an die Cozze

Ja ja, lacht ruhig laut los… die cozze (gesprochen K-O-T-Z-E) 🙂 🙂 🙂 hahahahaha

Immer, wenn ich mit Italienern, die kein Wort deutsch können, cozze genieße, dann geben ich erstmal zum Besten, was die selben Laute auf deutsch bedeuten… und ja, es ist immer lustig und die cozze schmecken danach trotzdem noch hervorragend.

Ihr habt es vielleicht schon erraten, die cozza ist die Miesmuschel. Für diejenigen, die aus den Bergen kommen, ist sie manchmal angsteinflößend, weil „ih“ wer will schon Meeresfrüchte essen.. Hepatitis und weiß der Herr was, könnten ja hinter der nächsten Ecke warten. Auch am Meer scheiden sich teilweise die Geister. Doch hier ist sie berühmt -die cozza– und es gibt soooo viele, soooo leckere Arten diese Muschel zuzubereiten. Manche Skeptiker erzählen dir was von den cozze, die aus Spanien kommen, von denen, die gezüchtet sind oder gar von den cozze aus Übersee, die man ja auf keinen Fall anrühren darf. Doch schauen wir uns das Objekt erstmal an! Darf ich vorstellen: Cozze an Kräutersud. Yummmmmy!

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Darf ich vorstellen: Cozze an Kräutersud

Wer Glück hat und Fischer kennt, der weiß woher die cozze kommen, die dann wenig später, frisch zubereitet, in der Sonne verzehrt werden. Für mich und meine Familie gibt es an einem schönen Sommerabend vielleicht nicht vieles, das uns glücklicher macht, als eine riesen Schüssel voller cozze. Cozze und sonst nix; vielleicht noch traditionelles Staubbrot, das man in den leckeren cozze-Sud tunkt, der übrigens mindestens mit Omas Fleischbrühe mithalten kann.

Hier am Meer hat jede Familie ihr eigenes Rezept, jeder hat eine Geheimzutat, die den Sud besonders speziell und einzigartig macht. Ob Rosmarin, Knofi hoch zehn oder sonstwas. Ich habe meinen Lieblings-cozze-genieß-Ort, an den ich jeden, der mich besuchen kommt, bringe und meistens bleibt es nicht bei einem Besuch. Heute verrate ich diesen Ort aber nicht, sondern zeige euch, was man so alles mit der cozza anstellen kann, denn wie gesagt, hier ist sie der Renner. Ob alleine im Sud, gratiniert, überbacken, an Tomätchen, in der Pasta… nirgends wo schmeckt sie so lecker wie mit Meeresrauschen im Hintergrund und den Liebsten am Tisch!

Happy cozze! Los gehts:

Eine Schüssel cozze macht uns glücklich:

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Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

 

Diese Schüssel war für mehrere Personen, ja, aber sie bildete den fulminanten Höhepunkt nach zwei cozze-Pasta-Gängen sowie zwei cozze-Vorspeise-Gängen. Diese präsentiere ich euch wie folgt:

Zur Vorspeise gratinierte Cozze:

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Gratinierte Cozze 🙂 lecker! Die andere Vorspeise habe ich leider verzehrt und nicht den Foto gezückt. Shame on me .. da war der Hunger größer 😀

Pasta No 1:

Cozze in Gorgonzola, dazu ein guter vino bianco aus den Marken 😉

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Deftig aber lecker: Cozze an Gorgonzola

Pasta No 2:

„Nur“ Tomatensoße gibts in Italien nicht. Die Tomatensoße, die bei uns manchmal abgetan wird als: „kocht jemand, der nicht kochen kann“, ist in Italien vermutlich so verehrt wie sonst nur „la Mamma„. Weiter gehts also mit der zweiten Pasta: Cozze im Tomatensugo:

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Oh – kann das Leben schöner sein? Cozze im Tomatensugo 🙂

Oh lalala … so kann man also Stunden damit verbringen zu Essen – ein richtiger italienischer Samstag Mittag. Man trifft sich um 13:00 Uhr zum Mittagessen und schlürft erstmal ein Weinchen.. natürlich fängt man frühestens um 14:00 Uhr an zu essen und eigentlich hört man auch erst um 16:00 Uhr damit auf.. weil man so viel gegessen hat, was ja auch gar nicht anders geht, bei diesem unschlagbaren Angebot, hat man nach caffè oder Magenbitter eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten.. schlafen, weil betrunken, oder laufen weil zu voll zum Schlafen. Beides ist gut und was gibt es besseres, als ein Samstagmittag in der Sonne mit so viel cozze?? Früher fand ich es schade, dass in Italien ein gemütlicher Samstagsbrunch unter Freunden eher niemanden interessiert. Aber ganz ehrlich.. wer so ein Mittagessen hat, der kann nicht brunchen…

Wer hat jetzt hunger? Ich schon… im Restaurant sind die cozze aus dekorativen Gründen übrigens meistens noch in der Schale, der Profi baut sich eine Cozzezange aus einer Muschel und nimmt damit die Früchte raus, oder „schlürft“ sie raus.. kaum einer ist aber so „schick“ und bemüht sich umständlich mit Messer und Gabel – zumindest nicht unter Freunden, in der Sonne, bei vier Gängen.. im cozze-Paradies.

 

 

 

Pasta al Radicchio

Heute gibt es die Anleitung zu einem leckeren, einfachen, schmackhaften, schnellen italienischen Herbst-Gericht. Ich weiß, in Deutschland ist es schon Winter, aber es wird euch trotzdem lecker schmecken 😉 Dieses einfach zuzubereitende Gericht ist perfekt dazu geeignet, um Freunde zu bekochen und auch für Raddicchiomuffel, die es nicht so gerne bitter mögen, könnte dieses Rezept eine Offenbarung sein 😉

Zutaten:

Radicchio rosso (lecker aus Treviso) -> Für 3 Personen kann man ruhig 5 Radicchio Köpfe nehmen, das Volumen verringert sich während des Kochens (ähnlich wie bei Pilzen).

Salz

Pfeffer

Öl

Zwiebel

Eine Pasta Art zum Beispiel Spaghetti (bei mir sind es heute Sacchettini)

Weißwein

geriebener Hartkäse (z.B.: Parmesan/Pecorino)

 

Los geht’s:

Den Radicchio in streifen schneiden und ihn 10 Minuten in kaltem Wasser ruhen/waschen.

Derweil Pastawasser aufsetzen, zum Kochen bringen sowie die Zwiebel würfeln und in einer separaten Pfanne in Öl anbraten. Den Radicchio abtropfen und dazugeben. 5 Minuten bei moderater Flamme kochen (Deckel drauf).

Den Radicchio salzen und pfeffern. Die Pasta kochen und den Radicchio weiterhin köcheln lassen, dann mit einem großen Schluck Weißwein ablöschen und auf größerer Flamme einkochen lassen. Der Weißwein versüsst den eher bitteren Geschmack des Radicchio etwas.

Wenn der Wein verdampft ist, Flamme ausmachen und Radicchio ruhen lassen, bis die Pasta fertig ist. Pasta al dente kochen, abgießen und mit in die Radicchio Pfanne geben.

Zum vermengen Flamme nochmal kurz anmachen. In Tellern anrichten und mit dem Käse bestreuen.

Buon appetito!

Immer wieder donnerstags…

so wie in Rom donnerstags Gnocchi-Tag ist, ist hier donnerstags Maritozzi-Tag. Maritozzi, Maritozzi.. ihr fragt euch bestimmt, was das ist? Ein Maritozzo ist ein längliches, weiches, süßes Brötchen, das hier in meiner Straße immer donnerstags frisch gebacken wird (bestimmt auch öfter, weil jeder liebt sie hier). Der Duft weht durch die Straße und erinnert alle daran, dass es heute frische Maritozzi gibt. Die Brötchen sind vor allem bei Kindern als Merenda-Snack oder Frühstück beliebt, so wie bei den Erwachsenen mit süßem Verlangen am späten Abend. Manch einer steht auf mit Sahne beschmierte Maritozzi, die meisten verschlingen sie aber gerne mit Nutella. 🙂

Woher kommt diese Leckerei.. ? Wohl nicht direkt aus den Marken, denn sie scheint schon im alten Rom bekannt gewesen zu sein und bei meiner kleinen Recherche habe ich herausgefunden, dass es lokale Varianten davon gibt (Apulien, Latium, Marken, Sizilien). Zum Beispiel mit Glasur und Rosinen, die dann gerne im Herbst mit Kastanien und Glühwein verzehrt werden (das habe ich hier aber noch nicht gesehen!). Die apulische und sizilianische Variante hat wohl dieselbe Form wie bei uns ein kleiner Hefezopf! Wie wäre es mit einer italienischen Maritozzi-Rundreise?

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Der Name leitet sich vom Wort Ehemann –Marito ab und das kommt wohl daher, dass früher der Mann, derjenigen, die er heiraten wollte, ein Maritozzo bringen musste. Die Geschichte existiert aber auch sorum, dass die Mädchen Maritozzi backen mussten und diese dann auf den Markt bringen mussten, um dort die Jungen damit zu erobern. Wie es nun auch war, sie schmecken heute noch – jedem.

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Ps: Auch beim Schreiben eines kleinen Blogbeitrags kann man hervorragend ein Maritozzo mit Nutella und Banenen (meine Erfindung) genießen.

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Wörter des Tages:

marito = Ehemann

merenda = Zwischenmahlzeit, auch Pausensnack

Die marchigianischen Leckereien

So recht schlau bin ich noch nicht aus ihnen geworden, vom Hörensagen (HerzlichwillkomenbeidenallsseitsbliebtenVorurteilen) sind die „Marchigiani“ ein verschlossenes Grüppchen und im Vergleich zu anderen „Meeresmenschen“ seien die Leute aus meinem Ort wohl besonders still und eigenbrötlerisch.. Nun ja.. ich kann nur sagen, ein Stück weit kann ich das bisher bestätigen, aber ich hatte auch das Glück, eine kleine Meeresfamilie zu finden und tolle Menschen kennenzulernen, die mir die Kultur hier näher bringen. Wo fängt man da am besten an? Richtig, beim Essen: deshalb möchte ich euch hier nun kurz mit Bildern der kulinarischen Köstlichkeiten überschütten, mit denen ich letzte Woche im Casbah, meinem „Meereswohnzimmer“ verköstigt wurde und dann stelle ich euch noch einen marchegianischen Nachtisch vor.

Die Sughetti:

Nomnomnom, süße Sughetti

Ein dolce aus Maismehl, Nüssen und Butter, quasi eine süße, leckere Polenta.

And now the real deal :p

 

Dienstag: Kichererbsensuppe mit geilem Blätterteigteil und Ofenkartoffeln mit Zwiebeln

Meerespasta mit diversen Meeresfrüchten, dazu Schnecken (Schüssel)

Donnerstag: Leckerste Tintenfischpasta (mein neuer Lieblingsfisch und Meeresleibgericht!)

Mein Wohlfühlplatz

Aperitivo gefällig?

…aber klar doch, inklusive bester Aussicht

.

Nach dem Tintenfisch sind die Vongole auf Platz 2

 

Frittura, typisch hier am Meer als 2. Gang

Meeresfrüchte all day everyday

Spargelzeit – Die Italienpasta

Wie immer super einfach, super lecker und super schnell zubereitet 🙂

 

Zutaten:

Butter

Grüner Spargel

Kirschtomaten

Kleine Mozzarelle

Pinienkerne

Parmesan

Tortiglioni

Pfeffer, Salz

 

Zubereitung:

Wasser zum Kochen der Pasta aufsetzen, salzen und Pasta – am besten Tortiglioni – al dente kochen.

Grünen Spargel waschen und in 3-4 cm lange Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen und den Spargel dazugeben, langsam dünsten während die Pasta kocht. Tomaten waschen und (kurz vor Ende der Pastakochzeit) zum Spargel hinzufügen – ungefähr für 1-2 Minuten mitdünsten, dann werden sie warm, aber bleiben knackig. Pinienkerne in einer separaten Pfanne (ohne Öl oder Butter!) auf ganz kleiner Flamme leicht anbraten. Das macht den super Geschmack des Gerichts zusätzlich aus. Aber Vorsicht – die Kerne im Auge behalten, denn sie verbrennen schnell und dann sind sie nicht mehr zu gebrauchen. Parmesan grob hobeln, Mozzarelle abtropfen lassen, alles vermengen, pfeffern, salzen und buon appetito 🙂 !

 

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Zoom in die leckersten Farben des Frühlings 🙂

 

10 Minuten Lachspasta :)

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Zutaten:

Räucherlachs

Sahne

Vodka

Pfeffer / Salz

Penne rigate

 

Zubereitung:

Den Lachs kleinschneiden und ohne Öl in einer Pfanne leicht anbraten. Der Lachs wird dabei weißlich / heller. Dann mit Sahne ablöschen einen großen Schluck Vodka dazugeben und einkochen. Der Vodka hilft der „deutschen Sahne“, die viel flüssiger ist als die italienische, cremiger zu werden. Die Soße sollte dann so aussehen:

 

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Nebenher Wasser zum kochen bringen, salzen und Pasta al dente kochen. Pasta abgießen und mit Lachs-Sahne-Gemisch vermengen.

BUON APPETITO – lecker, schnell zubereitet und auch leicht für viele Personen zuzubereiten 🙂

 

Carbonara unter Palmen

oder: Wir räumen mit einem Gerücht auf (das sich erstaunlich gut (in Deutschland) hält)

 

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Spaghetti Carbonara

 

Zutaten:

4 Eigelbe und ein ganzes Ei

100 g Pecorino (gerieben gekauft / oder selber reiben)

150 g Speck (gewürfelt gekauft / oder selbst in Würfel geschnitten)

320 g Spaghetti

2 Löffel kaltegepresstes Olivenöl

Schwarzer Pfeffer

 

Zubereitung:

Zuerst einmal die Spaghetti in ganz leicht gesalzenem Wasser al dente kochen (weil der Rest – also Pecorino und Speck – ist sehr salzig!)

Dann in ein wenig Öl den Speck anbraten, wenn er schön knusprig ist vom Herd nehmen.

Danach in einer Schüssel die Eigelbe und das ganze Ei verrühren, den Pecorino dazugeben und gut vermischen, dann pfeffern.

Wenn dir die Soße zu dick erscheint, kannst du ein wenig vom Nudelwasser dazugegeben!

Jetzt auch den Speck, der in der Zwischenzeit leicht abgekühlt ist, in die Schüssel geben und nochmal alles mischen: Die Soße ist fertig.

Die Pasta abgießen aber nicht komplett abtropfen lassen, sondern „noch etwas feucht“ in die Soße geben — das kommt der Soße zugute. Alles verrühren und schnell servieren, denn die Carbonara schmeckt nur superfrisch supergut 🙂

 

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Die Sahne ist das Gerücht

Dieses ist also das traditionelle Carbonara Rezept. Wohlgemerkt ohne Sahne, das ist sehr wichtig und wird nicht nur in vielen Restaurants in Deutschland, sondern auch von manchen Italienern falsch gemacht. Sobald ein Tropfen Sahne in der Carbonara ist, ist es aber keine Carbonara mehr – so viel steht fest! 😉

Aber jetzt: BUON APPETIIIITOOOOO!!!

Wer das ganze noch von einer waschechten Italienerin vorgemacht bekommen will, der schaue sich flink Sonias Video an. Giallo Zafferano ist ein italienisches Kochprogramm, das ich mal auf Rezeptsuche entdeckt habe.. seitdem mache ich immer gemeinsam mit Sonia Carbonara 😉

 

 

 

 

 

 

Pasta 🍝 asciutta hilft gegen alles ;)

Du kennst das sicher, du bist traurig, krank, kannst nicht schlafen, hast Liebeskummer oder dich bedrückt irgendwas und deine Mamma macht dir einen Kakao und spielt mit dir Mensch ärgere dich nicht oder Memory und zwar so lange, bis ihr fast dabei einschlaft beziehungsweise bis der Schmerz nachlässt.. am nächsten Tag gibts meistens dein Lieblingsessen.. so oder so ähnlich..

Mein soulfood war seit jeher Pasta asciutta. Diese Art von Pastagericht heißt „trockene/abgetrocknete Pasta“ weil sie nicht, wie normalerweise in Italien üblich, in den Sugo geworfen -also mit der Soße vermischt- wird, sondern „nackig“ dazu gegessen wird.

Für diese Pasta asciutta brätst du Knofi und Zwiebeln (beides klein geschnitten) in Olivenöl an, gibst dann Hackfleisch dazu und brätst schön weiter. (Optional jetzt einen großen Klecks Tomatenmark mit dem Hackfleisch vermischen). Wenn alles schön goldbraun ist und lecker riecht gibst du stückige Tomaten dazu (bevor du die Dosen wegwirfst Dreiviertel mit Wasser füllen und zugeben) sowie Salz, Pfeffer, eine Brise Zucker. Das alles lässt du jetzt für eine Stunde chillig vor sich hinkochen und liest währenddessen ein paar Geschichten hier auf ladolcevitaliana oder dein Lieblingsbuch ;). Nach ungefähr vierzig Minuten (oder früher wenn kein Gasherd ;)) bringst du das Spaghettiwasser zum kochen, Salz rein und dann die Spaghetti al dente kochen. Nach der Stunde ist alles fertig und kann warm genossen werden. Mmmmmmmmmmh leckerrrrrrrr!!!!! Das beste Gericht 🙂

Für 2 👍🏼 Riesenportionen benötigst du:

350g Hackfleisch

2 kleine Dosen stückige Tomaten 🍅

Salz, Pfeffer, Zucker

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

Olivenöl

Spaghetti

Basilikum für den Extrageschmack und die Italienfarben 🇮🇹 😋

Optional geriebenen Parmesan und Tomatenmark

1 Stunde Zeit damit es besonders lecker schmeckt

Die Rechnung bitte – Il conto per favore!

Mit dem lieben Geld hat ja jeder so seine Eigenheiten… Aber wenns ans (gemeinsame) Zahlen geht, stoßen oft viele kulturelle Unterschieden aufeinander: Die Rechnung bitte – Il conto per favore! – Und es treten Fragen auf wie: zusammen? getrennt? Trinkgeld? wie viel davon?

zusammen? getrennt?

Diese Frage stellt sich in Italien nicht. Während man in Deutschland eher selten schief angeschaut wird, wenn man mit einer Gruppe von 14 Menschen Essen geht und jeder sein Gericht und Getränk selbst bezahlt sowie Trinkgeld gibt, wäre das in Italien vermutlich ein Skandal mittleren Ausmaßes.

Eines Abends als wir alle ziemlich neu in Venedig waren, hat der Uni IT-ler sein Versprechen wahr gemacht und uns (einer Gruppe von circa 55 Leuten) die, seiner Meinung nach, beste Pizza Venedigs vorgestellt. Er hat also eine riesige Tafel reserviert und wir haben Pizze aller Arten bestellt und probiert, getrunken, gelacht und viel Spaß gehabt.

Als es jedoch ans Zahlen ging, brach DAS CHAOS aus. Wir waren eine Gruppe von Studenten aus aller Welt: Amerika, Australien, China, Deutschland, England, Holland, Japan, Spanien… die erst seit ungefähr einer Woche in Italien lebten und viele verschiedene Traditionen im Gepäck hatten.

Er erklärte uns also, das man hier alla romana bezahlt. In Italien ist es überhaupt nicht üblich, dass jeder bezahlt, was er verzehrt hat. Man nimmt also die Rechnung und teilt sie durch die Anwesenden. Jeder wirft was in die Runde. Es ist absolut nicht mehr nachzuvollziehen, was an diesem Abend geschah.. Einige waren nicht damit einverstanden, weil sie „extra die billigste Pizza bestellt haben“ andere wiederum feierten diese Art zu bezahlen und bestellten sich schnell noch ein, zwei Schnäpschen.. auf jeden Fall war der Teufel los.. natürlich, wie sollte es auch anders sein.. endete dieser Abend damit, dass über hundert Euro fehlten. Das ist ein extremes Beispiel mit einer Riesengruppe. Es war neu für alle und alle hatten noch viel zu lernen.

Im Freundeskreis hingegen hat es von Anfang an IMMER funktioniert. Es gab keine Benachteiligungsvorstöße.. weil mal die oder der eine, und mal der oder die andere, mehr oder weniger verspeisten oder tranken.. Außerdem einigte man sich vorher darauf, wohin man ging und kannte auch das Budget der anderen so ungefähr.

Das war am Pizzaabend so nicht gewesen. Eine große Gruppe wurde „ohne Vorwarnung ins kalte romanische Wasser geworfen“ – es ist immer wieder erfrischend, wie viel man lernen kann, wenn man sich aus der eigenen Kultur herauswagt um den Horizont zu erweitern.

Habt einen schönen Tag und schaut doch mal, wie die anderen bezahlen 😉

Gnocchi für die Seele

Kopf aus, Gefühl an

Lo puoi regolare con i tuoi gusti

Lektion 1, die nicht nur die Gnocchi betrifft, sondern das ganze Leben mit einem italienischen Lebensstil. In Deutschland neigt man dazu, sich nach genauen Angaben zu richten, Rezepten zu folgen oder oft alles Mögliche zu genau zu nehmen. In Italien wird etwas mehr auf die Gefühle vertraut. So läuft das auch beim Zubereiten der Gnocchi und des dazugehörigen Sugos. Wir fragen „wie viele Zehen Knoblauch sollen rein?“. Roberto sagt: „Das wird dir dein Geschmack sagen..“

Los gehts also, mit viel Gefühl und Vertrauen in die Sinne. Gnocchi in 3 verschiedenen Varianten. Am Besten du liest bevor du loskochst erstmal bis zum Ende, dann kannst du dir eine Soße aussuchen oder gleich alle 3 zubereiten, so wie wir.

Noch ein Tipp bevor du loslegst: Nimm dir Zeit! Mach alles mit Liebe und Ruhe und es wird besser schmecken.

Muthu (Sous chef) formuliert das so:

We are a generation that does not know the value of time… We do shiddy stuff with our time

 

Gnocchi-Teig und Zubereitung

  • 1 kg Kartoffeln (keine mehlig kochenden)
  • 300g Mehl
  • 1 Ei
  • Salz, Peffer
  • Hochwertigen, lange gereiften (2 Jahre) Parmesan

 

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Die Kartoffeln langsam (auf mittlerer Flamme) im Wasser kochen, bis sie weich sind (Mit der Gabel reinstechen und testen!) dann die Kartoffeln schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Den Kartoffelmatsch mit den 300g Mehl, dem Ei und einer Prise Salz vermischen. Daraus dann den Teig kneten. Eine Faustgroße Menge vom Teig abtrennen und zu einer Wurst rollen diese Wurst dann in gnocchigroße Abschnitte teilen. Die einzelnen Gnocchi werden über die Rückseite einer Gabel, oder direkt auf dem Tisch, gerollt. Das bewirkt, dass sie nachher besser kochen. (Wie dieser Schritt genau auszuführen ist, könnt ihr in der Instastory @ladolcevitaliana anschauen). Gnocchi auf einem Schneidebrett, Teller o.ä. ablegen, mit etwas Abstand, dass sie nicht zusammenkleben) Wasser zum Kochen bringen und die Gnocchi darin kochen. Ähnlich wie schwäbische Spätzle, sind die Gnocchi fertig, wenn sie von alleine nach oben kommen und müssen abgeseiht werden. Yummy, lecker, jetzt sind sie verzehrbereit.

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3 verschiedene Soßen für 3 verschiedene Anlässe, oder alle direkt nacheinander 🙂

1. Leckere einfache Supertomatensoße

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2. Super schnelle Käsesoße

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3. Gnocchi mal anders: SWEEEET

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1. Leckere einfache Supertomatensoße

Zwiebel, Knoblauch, Karotte, Olivenöl, Brühwürfel, passierte Tomaten

Zwiebel, Knoblauch und Karotte kleinschneiden und in reichlich!!!! Olivenöl (mindestens eine fingerdicke Schicht!!) anschwitzen, Brühwürfel dazugeben und ungefähr 15-20 Minuten köcheln lassen, dann die passierten Tomaten dazugeben und nochmal ungefähr eine halbe Stunde kochen lassen. (Das passiert auf kleiner Flamme von selbst während du mit den Gnocchi beschäftigt bist)

Mit den fertigen Gnocchi vermengen und genießen, nach Wunsch mit Liebe gehobelten Parmesan d’rüberstreuen.

 

2. Super schnelle Käsesoße

Käse nach Wahl aber mindestens Gorgonzola, Weichkäse (so wie für Obazda zum Beispiel) und Butterstücke zum Schmelzen bringen (zum Beispiel in der Mikrowelle)

Dann mit den fertigen Gnocchi im Topf vermengen und gleich genießen (schmeckt nur frisch und sollte nicht aufbewahrt werden) nach Wunsch Parmesan dazugeben.

 

3. Gnocchi mal anders: SWEEEET

Butter auf dem Herd oder in der Mikrowelle zerlassen mit einem Kaffeelöffel Zucker sowie einem Kaffeelöffel Zimt vermengen, dann mit den Gnocchi vermischen und servieren.

 

Robertos Geheimtipp:

Für einen besonderen Gaumenschmaus kannst du die Gnocchi auch mit Kastanienmehl zubereiten. Der Zubereitungsprozess ist derselbe wie bei den traditionellen Gnocchi, verwende aber 200g Mehl und 100g Kastanienmehl. Dazu schmeckt ein Sugo aus Steinpilzen, Champignons, Butter und Sahne und/oder Parmesan am leckersten!