Weitsicht – Balkon der Marken

Von Cingoli aus kann man Kroatien sehen! Wie oft hatte ich diesen Satz im letzten Jahr aus verschiedenen Mündern gehört! – Ob ich es glauben sollte.. nun ja, ganz sicher war ich mir da nicht. Jetzt konnte ich mich endlich selbst davon überzeugen und die Wahrheit ist: Von Cingoli aus kann man wohl Kroatien sehen, aber natürlich nur bei bombig klarem Wetter. Als ich dort war, konnte man weit sehen.. bis ans Meer und zum Monte Conero – dem charakteristischen marchigianischen Hausberg – aber leider nicht bis nach Kroatien.

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Cingoli ist eine Gemeinde, die sich auf dem Berg Circe befindet und ca. 35 km vom Meer entfernt auf 631 Metern über dem Meeresspiegel thront. Sie beherbergt den Balcone delle Marche (Balkon der Marken) – eine riesige Aussichtsplattform, die einen Weitblick über die Landschaft der Marken bis zum Meer und eben manchmal bis nach Kroatien bietet.

Ansonsten ist nicht viel los in Cingoli. Besonders nicht nach dem Mittagessen, aber ein Besuch lohnt sich schon alleine der Anfahrt wegen, die durch die beeindruckende marchigianische Landschaft führt. Die Gemeinde gehört außerdem zur Vereinigung der schönsten Orte Italiens (I borghi più belli d’Italia) und hat eine lange Geschichte aufzuweisen, denn das Gebiet war bereits im 5. Jahrtausend vor Christus besiedelt. Wer schon immer mal den Geburtsort von Papst Pius besuchen wollte ist auch hierfür am richtigen Ort. Viel Spaß beim Spaziergang durch Cingoli und viel Glück mit der Weitsicht!!

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Winter Kinder

Wenn du am 20. November zum letzten Mal -wenn auch nur für ein paar Sonnenstunden und mit viel Wind- im Bikini am Strand lagst und es am 17. Januar bereits wieder so aussieht:

… dann hast du deine Winterziele erreicht. Die Tage werden länger und die Sonne macht mich jeden Tag noch ein bisschen glücklicher.. hoffen wir mal, dass es bis im April genau so bleibt 🙂 🌊☀️🌴

Another day in paradise

Sonntage sind für Ausflüge da.. und so ging es heute -bei Dezember-Traumwetter- los, um weiter die Umgebung zu entdecken. Die Marken sind wirklich ein Landstrich, in den Touris sich noch eher selten verirren.. zumindest im Landesinneren und vor allem im Dezember… gut, ich bin kein Touri, aber ich war heute mit einer Kollegin unterwegs und wir haben meistens englisch gesprochen .. da kann es schon mal passieren, dass jemand den Fensterladen öffnet und den Kopf rausstreckt, um zu schauen, ob Aliens in seinem Dorf gelandet sind ..

Nach 6 Kilometern Spaziergang durch 2 bezaubernde Orte (Sant‘ Elpidio a Mare und Civitanova Alta) kann ich euch die Fotos nicht vorenthalten. Videos gibts dann vermutlich morgen auf Instagram @ladolcevitaliana

Ein Mittag in Loreto

Loreto. Ein magischer Ort. Ich hatte es schon geahnt, bevor ich wirklich da war und das hat 2 Gründe. Eines Tages stieg ich in einen Zug von Ancona nach Venedig. Das heisst, wir wollten einsteigen.. aber er kam erstmal nicht. Nach viel casino am Bahnsteig, hörte ich zum ersten Mal von Loreto, als ein Bahnangestellter meine Hand tätschelte und sagte „gnädige Frau, ihr Zug wird kommen und sogar bald, er macht grad in Loreto halt und holt sich noch schnell den Segen der Madonna ab“ … ich war verwirrt, wollte nach Venedig -und zwar schnell- und sagte nur, dass ich von Loreto noch nie gehört habe, aber sehr glücklich darüber bin, dass der Zug doch noch kommt. Der Bahnangestellte hatte mich in diesem Moment für die größte Kulturbanausin in den Marken gehalten…

Meine zweite Begegnung mit Loreto hatte ich auf der Autobahn einige Monate später.. (noch im Zug hatte ich mir vorgenommen dieses Loreto ausfindig zu machen und es zu besuchen, oder mir zumindest vorerst mal den Namen der Stadt zu merken) von der Autobahn aus sah ich es dann. .. Leuchtend in der Sonne! Stolz! und doch bescheiden.. erhoben auf einem lieblichen Berg.. die Kathedrale leuchtete buchstäblich .. ich passierte das Schild auf der Autobahn, das auf Loreto verwies, und da war mir klar, dass ich soeben besagten Ort gesehen habe, mit dem ich am Bahnhof von Ancona meine erste „Begegnung“ hatte… ich setzte Loreto sofort auf meine ‚innere Ausflugsliste‘ und dann kam der Ausflug.

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Goodbye durchs Fenster, heute kein Leuchten.. ist ja auch spät jetzt..

 

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Atemberaubende Weitsicht

Loreto. Also. Es ist Anfang Juli, die Sonne brennt vom Himmel, ein wunderschöner Tag. Die Anfahrt ist unschuldig, wenn man überland kommt.. man bewegt sich auf wunderschönen Landstraßen, die ein wenig der Toskanalandschaft gleichen und der Winkel alleine, in dem die Sonne scheint, macht mich schon glücklich. Schon von weitem strahlt dieser Ort! Aber jetzt mal der Reihe nach.. nach einem kleinen Spaziergang ausserhalb der Stadtmauern mit unglaublich schönem Ausblick, schreite ich durch das große Tor, nur um einen noch schöneren Ausblick vorzufinden. Aber zwei Dinge irritieren mich, erstmal das Flugzeug, das den Anblick verschandelt und dann, als ich mich umdrehe.. eine Ansammlung von Ständen mit Kreuzen und Statuen, die mich augenblicklich verstehen lassen, dass hier was falsch läuft :p

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Ist Loreto jetzt wegen Maria berühmt oder wegen Flugzeugen?!

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Bin ja eher so der Meertyp, aber dieser Berg hat ’s mir angetan..

Wer sich dazu entscheidet, in die Basilika einzutreten und wie ich ohne Vorbereitung Orte besucht (manch einer nennt es naiv, mir jedoch macht es Spaß) der wird dann auch verstehen, was da los ist. Die herrschaftliche leuchtende Basilika, von der ich ja jetzt schon öfter gehört hatte, wurde um ein Häuschen herum gebaut und zwar um kein geringeres als das der Maria.. ja DER Maria – die, nach der ihr alle benannt seid :p – Sie wird auch Mutter Gottes genannt oder Maria von Nazareth – DIE Jungfrau. Das macht Loreto also zum wichtigsten Wallfahrtsort Italiens (dachtet ihr auch, dass es Rom wäre …?!)

Das Haus in dem Jesus‘ Mutter in Nazareth aufgewachsen ist steht also in Loreto, Marken, Italien. Wie es da hinkam? Offensichtlich über Griechenland, Kroatien und zwar mit dem Schiff… Wer mehr erfahren will schaue sich diese Seite an, die ich gefunden habe, aber mit der ich nichts zu tun habe. 

 

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Auf dem Weg zur Basilika, rechter Hand befinden sich alle Souvenirstände .. 

 

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Schön hier, wa?

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Beste Aussicht

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Der wunderschöne Vorplatz der Basilika plus Frontansicht 😉

 

Man betritt also die Kirche und hinten am Ende des Schiffs steuert man auf Marias Haus zu. Quasi ein Zweizimmerhaus. In Nazareth war es an einer Mauer gebaut (auch diese wird noch heute verehrt) deshalb hat das Haus nur 3 Wände. An das Innere kann ich mich nicht mehr richtig erinnern, denn ich war erstaunt von den vielen Menschen, die darin beteten, knieten und auf Wunder hofften oder einfach nur staunend da standen und sich fragten, was Marias Haus hier eigentlich macht.

 

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Fotografieren verboten?

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Malerei, Marmor, Gold, das Übliche..

Ich weiss es, meine Freunde sagen es mir andauernd, ich mache zu viele Fotos. Überall. In der Basilika habe ich mich mal zurückgehalten.. deswegen, wenn ihr Marias Haus sehen wollt, dann fahrt hin 😉 dasselbe gilt für die schöne Altstadt Loretos – definitiv ein Ausflug wert! Was ich euch allerdings nicht vorenthalten kann, ist dieses Schild, das in der Nähe des Eingangs der Kirche zu finden war. Darauf steht: „Jammern verboten: Hör auf zu klagen und fang an dein Leben zum Besseren zu verändern!“

Wenn das mal nicht ein super Tipp der Kirche ist 🙂

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Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Happy weekend und geniesst den Ausblick auf den Monte Conero und das Meer:

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Ausblick auf unseren Hausberg: Monte Conero

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Meer 

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mehr Meer, kann nie schaden..

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Kathedrale Rückansicht, sie genießt den obigen Ausblick 

 

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Monte Conero, Meer und Uschi, noch ungebräunt aber trotzdem glücklich 😉

Wenn ihr in der Nähe seid, dann besucht auf jeden Fall auch gleich noch Sirolo. Dort gibt es unglaublich leckeres Eis und den vielleicht schönsten Ausblick der Gegend..

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Monte Conero von Sirolo aus und die herrliche Natur drumherum

 

Wort des Tages: casino = Chaos

Eine Woche im Leben der Jen

Oder: Hab‘ ich eigentlich verarsch‘ mich auf der Stirn stehen?!

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Mit der richtigen Lebenseinstellung kann dir keiner was

 

 

Sagen wir mal, diese Woche fing diesen Sonntag an, so, wie es schon in der Bibel stand. (Denn am Samstag war ich mal wieder mit umziehen beschäftigt (das 5. Mal seit dem 15.6)

Ein Sonntag am Meer

Am Sonntag gehe ich also ans Meer, nicht an meines, nein, an das mit Sand im Nachbarort – nach dem Stress am Samstag beschließe ich auszuschlafen, im Bett rumzulümmeln und dann gemütlich an den Strand zu gehen. Um halb 3 bin ich nach einer längeren Parkplatzsuche da.. Nur meine Freunde nicht (Ich hatte erwähnt, dass ich meinen Rhythmus noch nicht gefunden habe…) Die Leute, die mir ein Ragazzo, den ich durch Airbnb kennengelernt habe, vorgestellt hat, waren alle beim Pranzo mit ihren Eltern, Omas, Geschwistern, nur eine war am Strand, alleine..ohne Schirm. Da diese Freundesgruppe sich seit Kindertagen kennt und auch den Besitzer des Strandchalets, das die Liegestühle und Schirme vermietet, zum Freundeskreis zählt, wurde mir gesagt, dass ich mit unter ihren übergroßen Freundesschirm kommen kann.. nur wusste ich nicht, welcher es war, und alle waren weg 🙂 Notgedrungen -man weiss sich ja zu helfen- habe ich mich in der ersten Reihe direkt diagonal unter einem Paddelboot positioniert, so, dass mein Kopf im Schatten des Bootes weilte. Nun ja, ein Schelm wer böses denkt, aus weisser Voraussicht habe ich mich natürlich DIAGONAL hingelegt, so, dass man mich von der Seite aus sieht und kein Boot über mich schiebt. Ich habe also das Meer, mein Buch, die Sonne, den Ausblick auf Fussballspielende Italiener in knappen Speedos usw. genossen und wurde quasi sogar angeflirtet, als ich von eben diesen Jungs, abgeschossen wurde. Doch, natürlich blieb es nicht bei einem lässigen Sonntag Nachmittag, natürlich wollte dringend jemand paddeln, und ei da daus! Natürlich musste mein Kopf dran glauben. Mittlerweile waren dafür meine Bekannten eingetrudelt (darunter ein Arzt!) und die kickenden Jungs meinten „Oh, nein, jetzt haben wir dich endgültig vertrieben“ – Es war eher das Paddelboot, aber das habe ich lieber für mich behalten und ihnen erzählt, dass ich mich zu meinen Freunden begebe. Mit leichtem Kopfschmerz und nach ca. 4 Bädern im wohlig warmen Marken-Meer habe ich mich also Nachhause (in mein 5. Zuhause) begeben und den Sonntag Sonntag sein lassen.

 

Ein glühender Montag & ein heißer Dienstag

Wer hätte auch gedacht, dass die Kopfnuss nicht schon der Höhepunkt der Woche war, aber pünktlich mit dem Espresso am Montag morgen, hat sich mein Handy überlegt, sich zu verabschieden. Ich schreibe also nichtsahnend eine Whatsapp, das Handy geht aus und wird UNGLAUBLICH HEISS – es steigert und steigert sich, so, dass ich mich nicht traue, dieses verrückte Medium zuhause zu lassen, sondern es glühend mit auf die Arbeit schleppe… (zumindest habe ich somit einen Hausbrand erfolgreich verhindert.!)

Pah, im Juni war ich ohne Internet, da ist doch ein Leben ohne Handy ein Klacks.. Ich bin ja nur im Ausland und kenne hier 2 Personen besser und habe eine paar Bekannte …nun ja, keinen kann ich jetzt mehr erreichen, weil mein Handy nichts mehr macht und alle Nummern, Daten usw. mit ins Nirvana genommen hat. Wenn ich nicht eine Wohnung für nächste Woche suchen müsste und dazu telefonieren sollte, dann würde ich auch diese Herausforderung wie immer belächeln.. ich tu es trotzdem.. mal schauen wo es mich hinverschlägt.

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Wuuusaa, Füße ins Meer und ALLES ist gut

Es ist also Montag, ich bin handylos und habe im Hinterkopf, dass meine deutsche Versicherung mir schon Strafen androht, weil ich ein bestimmtes Formular einfach nicht einreiche..(Am Vorderkopf habe ich eine Beule!) um diesen Misstand zu beheben, habe ich schon letzte Woche meinen Chef nach einem Kontakt zur italienischen Versicherung gefragt… er meinte er fragt mal nach und meldet sich..als ich ein Woche später nachfrage, was sich so ergeben hat, erwidert er „ach, wurde dir das noch nicht gesagt“ &%$&%“$ und der Spießrutenlauf ging weiter…….. natürlich muss ich aufs Amt dafür, ich hatte dieses Amt in weißer Voraussicht schon einmal gegoogelt und ‚rausgefunden, dass es Dienstags von 10-12 Uhr offen hat 🙂 (muss ich mehr sagen?!) Ich informiere also den Chef höflich und steifel bei 33 Grad im Schatten zum Amt, wo der blinde Portier schläft und mich nachdem ich ihn angestupst hab‘ einfach hinter den Schalter holt, damit ich selbst mit der Uschi, die die Formulare macht, telefonieren kann.. Ihr erster Satz ist natürlich, „Signora, für dieses Formular bin ich nicht zuständig, dafür müssen Sie zum anderen Amt“ 🙂 … Für so einen ernüchternden, schweisstreibenden Spaziergang opfert man doch äußerst gerne seine Mittagspause. Der nette Portier, der dieses Amt so sehr liebt, wie ich, lässt mich direkt noch beim anderen Amt anrufen… wieder spreche ich mit einer netten Dame, die mich anschreit und wissen will „WER braucht dieses Formulaaaaaaaaaar?“ – Als ich mir langsam denke, „ich sicher nicht“ aber höflich sage:  „meine Versicherung, Signora“ und sie nach einem E-Mail Kontakt bitte, um mir das Formular doch online zukommen zu lassen, nachdem wir herausgefunden haben, dass auch sie nur dann arbeitet wenn alle anderen auch arbeiten nur viel kürzer, legt die nette Dame einfach auf!

Wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn ich nach einem Monat Jagd, das Formular einfach per Email bekommen hätte, so, dass ich es direkt weiterleiten können hätte, da ich ja kein Handy mehr habe, um es einzuscannen und dann abzuschicken…. Stay tuned – wir werden uns ja nun glücklicherweise noch persönlich kennenlernen. Die Mittagspause ist halb rum, ich ein bisschen brauner und ich renne zum Auto, damit ich noch ‚was zwischen die Kiemen bekomme………………………………. Falls ihr das Wort MULTA noch nicht kennt, es ist kein schönes Wort, und ich wünsche euch, dass ihr es nicht lesen müsst. STRAFZETTEL- auch noch ein Strafzettel. Parken ohne Parkscheibe, in der Strasse, in der ich immer ohne Parkscheibe parke – Ha! Doch bisher im richtigen Teil, im hinteren Teil darf man nämlich nur 1 h mit Parkscheibe parken (%$&%$§%§“$%!!! Nur zur Info – ein Stündchen ohne Scheibe kostet in Italien günstige 28,70€ – aber nur wenn ihr sofort bezahlt, nach 5 Tagen kostet es dann sagenhafte 41€ – faul sein is also och nüscht!

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La famosa MULTA

 

Es war erst Dienstag und jetzt ist erst Donnerstag, zwischendurch kam noch ein Ersatzhandy, dass einen Tag und eine Nacht auf Netzsuche war und auf dem Whatsapp nur manchmal funktioniert und natürlich nur im wlan; die Suche nach der Nummer meiner Kollegin, bei der ich gerade netterweise schlafen darf, da sie im Urlaub ist.. und der ich unbedingt irgendwie vermitteln musste, dass mein Handy kaputt ist, ein gehackter Facebook Account, sowie ein gesperrtes/gehacktes Instagram Konto (Wenn jemand weiss, wie man sich da wieder Zugriff verschaffen kann, wenn Passwort und Emailadresse geändert wurden und der Support nicht antwortet – bitte melden); eine Wohnungssuche über neu gefundene Bekannte aus dem Pizzaladen gegenüber, bei der ich spontan zur Besichtigung in einer Wohnung von einem Opa gelandet bin, der im April gestorben ist und ich mir nicht sicher bin, ob ich für überteuerte 350€ Miete / Woche (Es ist die Ferragosto-Haupturlaubswoche-in Italien – zum Thema: „Wie Touristen abgezogen werden“ später hier mehr) auf seiner Matratze schlafen würde. Die Tage verfliegen fröhlich und jeden Tag bietet sich eine Herausforderung – heute Abend war es die Jagd nach einem leichten Abendessen, ich dachte, nach 8,5 Stunden Beipackzettel übersetzen und der ausführlichen Lektüre über Blutgerinnsel, wäre ein leichter Lunch bei Sonnenuntergang doch ein schönes Ende für den Tag….

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Es fing so schön an…

 

Immer wenn ich sehr einfach denke, zum Beispiel so:

Jen geht in eine Laden, sucht sich einige Marche-typische Köstlichkeiten wie Olive all’Ascolana, und frittiertes Gemüse, Bohnen und vielleicht 1-3 Curry-Chickenwings aus, bei denen die Uschi meinte “ ma, molto buono!!!!“ – Ich möchte 3, sie tut 6 rein… schon da hätte ich stutzig werden können, doch positiv wie ich bin, denke ich, sie hat die Zahl, die ich gesagt habe, nicht gehört. Ich frage sie noch vor meiner Bestellung, ob ich mit Karte bezahlen kann, da ich noch 7€ in cash dabei habe.. sie sagt, „kein Problem“ und ich suche mir Tomaten, Bohnen, Aubergine und Zucchini aus… sie sieht meine Karte und meint „ja nee, die nicht“. Ich laufe fröhlich zur Bank, denn ich komme gerade vom Meer und bin gut drauf, ausserdem tut mir nach 8,5 h sitzen der Spaziergang sehr gut… Die Bank will meine Karte nicht, ich erinnere mich, meine sie wollte auch die Karte meiner Eltern nicht, obwohl sie meine schon einmal akzeptiert hat. Ich denke nichts böses und gehe zur nächsten Bank, auch die nimmt sie nicht. Nach dem Besuch der dritten Bank und mit zunehmendem Hungergefühl gehe ich zur Signora zurück, erzähle ihr vom Kartenproblem, gebe ihr 8,50€ (habe noch 1,50€ in meiner unergründlichen Handtasche gefunden) und sage „ich kann was dalassen oder den Rest morgen bringen“. Sie akzeptiert, wünscht mir „Buona Cena“ und ich mache mich auf, nachhause. Es ist bereits am dunkel werden, und alles hat wieder viel länger gedauert- es geht einfach nicht voran… ich komme im Dunklen Zuhause an, hole mir noch schnell was zum Anziehen für morgen aus dem Kofferraum, gehe rein, nachdem ich ewig gebraucht habe um die Türe zu öffnen, weil der Schlüssel geklemmt hat, setze mich endlich alleine an den großen Tisch (ja, alleine essen ist keine Freude) – denke an meine WG-Jungs, beiße in einen Chickenwing, verspeisse die gefüllten Oliven, bin kurz zufrieden, einen kleinen Moment, bis ich in den zweiten Wing beiße und mir ein Wurm entgegenkommt. Mehr sage ich nicht mehr zu diesem Thema.

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Olive all’Ascolana

Nur, man braucht nicht viel zum Glücklichsein – Sonnenschein und Meer reichen vollkommen aus.

Ich sitze hier, mit einem Kräuterlikör und schreibe diese Zeilen, ich kann eine tiefe Zufriedenheit spüren – aber ich glaube, die 60 cent werde ich der Signora niemals bringen. Es ist Donnerstag Abend – die Woche gerade über der Hälfte geschwappt, wer weiss, was sie noch bringt.. drückt mir die Daumen, dass ich heute Nacht nicht kotzen muss.

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Auch wenn das Meer mal traurig ist – es ist spitze 🙂

 

Wörter aus dem Text:

La dolce vita = Das süße Leben

Ragazzo = Junge, Typ

Pranzo = Mittagessen

Signora = Frau, Madame 😉

Multa = Strafzettel

Ferragosto = Feiertag am 15. August

Blutgerinnsel = coagulo di sangue

Olive all’Ascolana = Oliven nach ascolanischer Art (Aus der Stadt Ascoli Piceno)

molto buono = sehr lecker

Buona Cena = Guten Appetit / Gutes Abendessen (Cena=Abendessen)

Meer

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Am Strand sitzen, die Füße im Sand vergraben, auf warmen Steinen ablegen. Die Sonne wärmt die Haut auf und sofort schleicht sich Glückseligkeit ein. Nein, falsch – sie schleicht sich nicht ein. Sie ist einfach da, sofort. Und sie geht nicht mehr weg, sie trägt sich in dein Herz mit jeder Welle, jedem Sonnenstrahl. Am Strand bist du vollkommen, es gibt kein morgen und kein gestern, nur die sanften Wogen, die Sonne und dich. Hier und jetzt. Du liegst da, die Augen zusammen gekniffen, die Füße elektrisiert und kalt vom Waden im Meer, du denkst „was spritzt mich an“ und drehst dich um – doch keiner ist da, aber es fängt ganz leicht an zu regnen. Ein Regen, der dich streichelt, deine verwundete Seele heilt. Die Sonne scheint, der Himmel ist dunkel, es ist dieser besondere Moment, die Ruhe vor dem Sturm. Dieser Moment in dem alles ruhig und doch kribbelig und gleichzeitig so perfekt ist.

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Ein Tag – tausend Emotionen

Ich habe 1000 Tränen geweint, bin 1000 Kilometer gefahren, habe abertausend Eindrücke gesammelt, in einem Tag so viel erlebt, wie manchmal in einem Monat nicht.

Und was bleibt nach diesem vollen Tag übrig? Vertrauen.

Vertrauen in sich selbst.

Vertrauen in die Umwelt.

Vertrauen in die Menschen.

Wir Menschen sind eigentlich sehr einfach gestrickt: Wenn wir ein Dach überm Kopf haben, mit ein paar Dingen darunter, durch die wir uns Zuhause fühlen, ein soziales Umfeld haben, uns dort wo wir sind auskennen und dann dazu noch gesund sind- dann ist alles paletti. Wenn man aber sein Umfeld, Wohnung, Freunde und Lieben zurücklässt, droht einem das alles auf einen Schlag „zu verlieren“. Auch wenn man sich das selbst aussucht, schleichen sich einige Gedanken ein, die die letzten Tage auch durch die ganzen Abschiede (Abschied vom Supermarkt gegenüber, Abschied von Wohnungen, Freunden, Lieben, Plätzen, Gewohnheiten, Lieblingssushi usw) schwierig gestalten. So kam es also, dass ich tausend Tränen geweint habe, bevor ich mich ins Auto setzte um die tausend Kilometer zu fahren.

Nun ja, was kann ich sagen… gestern früh war ich mir nicht sicher, ob ich vielleicht noch auf halbem Weg umdrehen sollte.. Am Tag zuvor der Regen in München, sodass ich nichtmal meine Sachen gescheit einladen konnte, dann der Selbstmord meines Handys in Vicenza, sodass ich mich vom Wetter, der Technik und vor allem von meiner Entscheidung alleine gelassen fühlte. Mit ein bisschen wuuuuusaaa, durchatmen und gutem Zuspruch von Rettern in der Not, ist so ein kleines Tief schnell verflogen. Ich wurde mit einer super Fahrt ohne Stau und sonstigen Problemen entlohnt, konnte viel Musik hören, die Landschaft beobachten, alles in mich aufsaugen und mich mehr oder weniger langsam in mein italienisches Leben fahren.

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mein erster neuer Freund #aufdemnächstenfotobinichvielleichtbraun

Meine einzige wirkliche Sorge war bis dato, dass ich keine Wohnung habe und mir schon vorstellte 2 Monate airbnb-bnb&hotelhopping machen zu müssen… die Onlinesuche war sehr schleppend, fast niemand hat auf meine Anfragen geantwortet. Ich habe nur riesiges Apartments gefunden; manch einer denkt jetzt „was beschwert die sich“.. aber ich habe bisher nur in WGs gelebt und das sehr genossen – alleine zu leben und Platz zu haben ist für mich eher eine Horrorvorstellung – auch wenn die Preise für eine Wohnung hier mit den Preisen für ein WG-Zimmer in München vergleichbar sind. Glücklicherweise konnte ich durch einen Bekannten gestern gleich eine Wohnung anschauen und am Montag vielleicht noch eine…

Das Vertrauen in mich selbst hat mich also dazu gebracht loszufahren, weiterzufahren und anzukommen.

Das Vertrauen in die Umwelt hat mir erlaubt, ohne Handynetz in mir unbekannte Gefilde aufzubrechen.

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Und das Vertrauen in die Menschen hat dazu geführt, dass ich nicht nur bereits eine Wohnung angeschaut habe, sondern auch dazu, dass ich meinen Besitz in der Wohnung eines Bekannten untergestellt habe, den ich 3 kurz Mal gesehen habe. Dazu, dass ich in meinem airbnb fürs Wochenende mit Pasticcini, Musik, Wein, einer Einladung zum Kutteln essen und tollen Geschichten Willkommen geheissen wurde.

Ich habe diesen langen Tag also mit den Füßen im Sand, dem Blick aufs Meer, einer Pizza mit Radicchio, Salsiccia und Grano in den Händen und größter Dankbarkeit im Herzen beendet.

PS: Mein neuer Leitspruch: #homeiswherethepalmtreesare

 

Song of the day:

 

 

Auszug aus dem ‚Facebook‘ – Tagebuch vom 28.10.2012

Ok! ich liege mittlerweile lachend auf meinem Sofa. Venedig ist die unglaublichste Stadt der Welt… um Vier bin ich aufgewacht, weil der Wind ans Haus peitschte wie verrückt, eine Stunde hab‘ ich gedacht, er wird schon aufhören und mir nur gedacht „Wind; in dieser Stadt ist genug Wasser, bring bitte nicht noch mehr und lass mich schlafen, danke, gut Nacht“.. nach 2 Stunden habe ich in die Küche gewechselt, in der Hoffnung, dass ich schlafen kann und Wärmflasche und Kakao gemacht und ’ne komplette Zeitung gelesen… gerade als ich auf dem Sofa eingenickt war, nach 3 Stunden, werde ich aus meinem Dämmerschlaf von der Kriegssirene geweckt, die hier benutzt wird um Hochwasser anzukündigen… gefolgt von einer Art Panflöte, die anzeigt, wie hoch das Wasser kommen wird. Nachdem ich schon lachend dieser Flöte lauschte, dämmerte es langsam und ich bin wieder eingenickt….um dann von der SMS geweckt zu werden, die mir dann nochmal die genaue Uhrzeit und Höhe des Wassers mitteilt….. mittlerweile glaube ich nicht mehr an Schlaf…. facebook=Hochwassergefährte

 

In Venedig kommt es oft zu Hochwasser aqua alta, teilweise wird fast die komplette Stadt überflutet, so war das auch 2012 als es mal wieder ein Rekordhochwasser (160cm) gab. Für uns Studenten, die das noch nicht kannten, war es zuerst super aufregend. Aber schon nach ein paar Tagen, in denen wir Wind und Wetter trotzten, mit den Gummistiefeln zur Uni gingen und dort zu normalem Schuhwerk wechselten, hatten auch wir die Nase voll. Es folgen einige Eindrücke: