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Die Marken in den Top Ten

Trommelwirbelllll…… uuuund raus mit den Neuigkeiten: Die Marken sind auf „Platz 2 der sehenswertesten Regionen für das Jahr 2020 gelandet. Jedes Jahr erstellt der Lonely Planet die Top Ten der besuchenswertesten Regionen auf unserer schönen Welt und mein Bundesland hier in Italien ist top Tipp für das Jahr 2020. Es wird hier als Geheimtipp angepriesen, da es „viel mit seiner Nachbarin, der Toskana, gemeinsam hat, aber nicht so überlaufen ist“. Mal schauen, wie das dann nächstes Jahr aussieht ;).

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Winterlicher Ausblick auf die marchigianischen Hügel vom Dorf Civitanova Alta aus

Der Lonely Planet hat neben den wunderschönen Stränden, grünen Hügeln und Weinbergen, die die Marken zu bieten haben, vor allem die Orte Loreto und Urbino sowie die Grotten von Frasassi, als Highlights für 2020, genannt. Über den weltberühmten Pilgerort Loreto habe ich hier bereits ausführlich berichtet. Nach Urbino wollte ich im Sommer fahren, habe es aber nicht mehr geschafft. 2020 jährt sich der Todestag von Urbinos berühmtestem Einwohner, dem Maler Raffaello, zum 500. Mal. Wer mit mir zu dieser Gelegenheit Urbino besuchen möchte, der melde sich bei mir. Die Stadt gehört zum Weltkulturerbe und es gibt ganz bestimmt viel zu entdecken :).

Die Grotten von Frasassi sind eine riesige Höhlenanlage, die zu den berühmtesten in ganz Italien zählen, sie beherbergen eine Vielzahl an Stalaktiten und Stalagmiten und anscheinend würde der komplette Mailänder Dom in die größte der Höhlen passen. Frasassi befindet sich bei Genga, einer kleinen Stadt in der man zur Weihnachtszeit eine „lebendige Krippe“ besuchen kann. Außerdem ist es in der Nähe von Fabriano, einer weiteren sehr sehenswerten Stadt, die für die Papierherstellung bekannt ist. Aber jetzt erstmal die Top Ten anschauen (Ungeduldige können zur Minute 2:20 vorspulen):

 

 

Hier gibt es unzählig viele kleine Städtchen, die borghi, durch die man flanieren kann und sich in vergangene Zeiten transportieren lassen kann. Jedes hat seinen eigenen Charme, zu meinen bisherigen Favourites gehören Torre di Palme und Grottammare Alta hier gibt es jedoch keine Grenzen beim Entdecken und in Italien gibt es die jährliche Auszeichnung des borgo dei borghi (schönstes Städtchen), wo man sich immer wieder neue Impulse holen kann.

Nicht nur für Kunst-und Kulturinteressierte haben die Marken viel zu bieten sondern auch für Wanderlustige. Im Nationalpark Monti Sibillini alleine kann man locker zwei Wochen verbringen, der Park erstreckt sich über 70.000 ha und hier findet man Orte, die zum Träumen anregen, wie zum Beispiel den Lago di Fiastra, einen See mitten in bezaubernder Naturlandschaft. Die bis zu 2500 Meter hohen Berge bieten auch Gelegenheiten zum Skifahren.

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Hervorragende Köstlichkeiten direkt am Meer im Chalet „Casbah“ in Porto Sant’Elpidio oben im Bild die besagten Schnecken mit Spieß

Neben der wunderschönen Natur dieser Region, ist das Essen am meisten hervorzuheben. Die Marchigiani -wie die Einwohner hier heissen- verstehen es bestens an alten Rezepten und Zutaten festzuhalten und ihre önogastronomischen Traditionen zu pflegen und zu hüten. Das wohl bekannteste Rezept sind die Vincisgrassi, die marchigianische Lasagne. Aber von leckeren Meeresfrüchtegerichten am Strand bis zu Schnecken, die man mit einem kleinen Holzspieß isst, über im Dorf handgemachten Käse, bis zu den typischen Weißweinen Pecorino, Passerina und Verdicchio, von denen ihr vielleicht noch nie gehört habt? (gerne kommentieren, wenn ihr sie kennt/mögt 🙂 – die Marken sind eine Entdecker-Region, hier findet man das echte Italien. Es kommt hier sehr oft vor, dass man der einzige Tourist an einem Ort ist und sich die Einwohner nach einem umdrehen, wenn sie hören, dass man nicht den Dialekt des Städtchens oder gar eine ganz andere Sprache spricht. Meiner Erfahrung nach warten die Menschen in diesem Bundesland nicht auf Touristen. Man darf hier nicht unbedingt erwarten in einem Restaurant umsorgt zu werden oder mit Fülle an Informationen über sehenswerte Orte überschwemmt zu werden. Hier muss man nachfragen, buddeln und auf eigene Faust losziehen, vielleicht ist es genau das, was die Marken so sehenswert macht.

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Blick von Sirolo aus auf den Monte Conero und das adriatische Meer

 

Wenn du nur einen Nachmittag in den Marken hast (Hypothese: du willst in Ancona eine Autofähre irgendwohin nehmen und bist aus versehen zu früh da) dann würde ich dich nach Sirolo schicken. Ein Spaziergang durch dieses kleine Städtchen im Nationalpark des Monte Conero zeigt die Schönheit der Marken auf einen Blick. Mit einem gelato artiginale (nach tradiotionsrezept hergestelltes Eis) in der Hand, dem atmosphärischen Monte Conero (Hausberg dieser Region) im Rücken und dem Weitblick aufs mare adriatico (Adria) kann man hier sozusagen alles in einem genießen. Außerdem befinden sich hier in der Nähe superschöne Strände, falls noch Zeit für ein Bad sein sollte! Der Spiaggia delle due Sorelle (Strand der zwei Schwestern) zum Beispiel wurde dieses Jahr von Skyscanner zum schönsten Strand Italiens ernannt, hierfür aber einen extra Ausflugstag einplanen, da der Strand nur vom Wasser aus zugänglich ist.

Wie ihr merkt, die Marken sind grün, die Marken sind bunt und sehr facettenreich. Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass die Region Fermo in der Welt für Schuhhandwerk bekannt ist. Hier ist zum Beispiel die Marke Tods ansässig. Im Sommer gibt es zahlreiche Schuhmärkte und ganzjährlich kann man sich in Schuh-Outlets und Fabrikverkäufen austoben.

War jemand von euch schon einmal in den Marken? Was hat euch besonders gut gefallen oder geschmeckt? Freue mich auf Kommentare und ein Abo, falls ihr gerne noch mehr Geheimtipps aus Italien kennenlernen wollt.

Für die Italienischverstehen unter uns hier noch ein Link zum Thema, auch für die Nichtitaliener ist das Video sehenswert, denn es zeigt viele der oben genannten Sehenswürdigkeiten: https://siviaggia.it/idee-di-viaggio/video/marche-luoghi-da-visitare-2020-lonely-planet/254534/

Immer wieder donnerstags…

so wie in Rom donnerstags Gnocchi-Tag ist, ist hier donnerstags Maritozzi-Tag. Maritozzi, Maritozzi.. ihr fragt euch bestimmt, was das ist? Ein Maritozzo ist ein längliches, weiches, süßes Brötchen, das hier in meiner Straße immer donnerstags frisch gebacken wird (bestimmt auch öfter, weil jeder liebt sie hier). Der Duft weht durch die Straße und erinnert alle daran, dass es heute frische Maritozzi gibt. Die Brötchen sind vor allem bei Kindern als Merenda-Snack oder Frühstück beliebt, so wie bei den Erwachsenen mit süßem Verlangen am späten Abend. Manch einer steht auf mit Sahne beschmierte Maritozzi, die meisten verschlingen sie aber gerne mit Nutella. 🙂

Woher kommt diese Leckerei.. ? Wohl nicht direkt aus den Marken, denn sie scheint schon im alten Rom bekannt gewesen zu sein und bei meiner kleinen Recherche habe ich herausgefunden, dass es lokale Varianten davon gibt (Apulien, Latium, Marken, Sizilien). Zum Beispiel mit Glasur und Rosinen, die dann gerne im Herbst mit Kastanien und Glühwein verzehrt werden (das habe ich hier aber noch nicht gesehen!). Die apulische und sizilianische Variante hat wohl dieselbe Form wie bei uns ein kleiner Hefezopf! Wie wäre es mit einer italienischen Maritozzi-Rundreise?

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Der Name leitet sich vom Wort Ehemann –Marito ab und das kommt wohl daher, dass früher der Mann, derjenigen, die er heiraten wollte, ein Maritozzo bringen musste. Die Geschichte existiert aber auch sorum, dass die Mädchen Maritozzi backen mussten und diese dann auf den Markt bringen mussten, um dort die Jungen damit zu erobern. Wie es nun auch war, sie schmecken heute noch – jedem.

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Ps: Auch beim Schreiben eines kleinen Blogbeitrags kann man hervorragend ein Maritozzo mit Nutella und Banenen (meine Erfindung) genießen.

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Wörter des Tages:

marito = Ehemann

merenda = Zwischenmahlzeit, auch Pausensnack

Die marchigianischen Leckereien

So recht schlau bin ich noch nicht aus ihnen geworden, vom Hörensagen (HerzlichwillkomenbeidenallsseitsbliebtenVorurteilen) sind die „Marchigiani“ ein verschlossenes Grüppchen und im Vergleich zu anderen „Meeresmenschen“ seien die Leute aus meinem Ort wohl besonders still und eigenbrötlerisch.. Nun ja.. ich kann nur sagen, ein Stück weit kann ich das bisher bestätigen, aber ich hatte auch das Glück, eine kleine Meeresfamilie zu finden und tolle Menschen kennenzulernen, die mir die Kultur hier näher bringen. Wo fängt man da am besten an? Richtig, beim Essen: deshalb möchte ich euch hier nun kurz mit Bildern der kulinarischen Köstlichkeiten überschütten, mit denen ich letzte Woche im Casbah, meinem „Meereswohnzimmer“ verköstigt wurde und dann stelle ich euch noch einen marchegianischen Nachtisch vor.

Die Sughetti:

Nomnomnom, süße Sughetti

Ein dolce aus Maismehl, Nüssen und Butter, quasi eine süße, leckere Polenta.

And now the real deal :p

 

Dienstag: Kichererbsensuppe mit geilem Blätterteigteil und Ofenkartoffeln mit Zwiebeln

Meerespasta mit diversen Meeresfrüchten, dazu Schnecken (Schüssel)

Donnerstag: Leckerste Tintenfischpasta (mein neuer Lieblingsfisch und Meeresleibgericht!)

Mein Wohlfühlplatz

Aperitivo gefällig?

…aber klar doch, inklusive bester Aussicht

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Nach dem Tintenfisch sind die Vongole auf Platz 2

 

Frittura, typisch hier am Meer als 2. Gang

Meeresfrüchte all day everyday

Spargelzeit – Die Italienpasta

Wie immer super einfach, super lecker und super schnell zubereitet 🙂

 

Zutaten:

Butter

Grüner Spargel

Kirschtomaten

Kleine Mozzarelle

Pinienkerne

Parmesan

Tortiglioni

Pfeffer, Salz

 

Zubereitung:

Wasser zum Kochen der Pasta aufsetzen, salzen und Pasta – am besten Tortiglioni – al dente kochen.

Grünen Spargel waschen und in 3-4 cm lange Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen und den Spargel dazugeben, langsam dünsten während die Pasta kocht. Tomaten waschen und (kurz vor Ende der Pastakochzeit) zum Spargel hinzufügen – ungefähr für 1-2 Minuten mitdünsten, dann werden sie warm, aber bleiben knackig. Pinienkerne in einer separaten Pfanne (ohne Öl oder Butter!) auf ganz kleiner Flamme leicht anbraten. Das macht den super Geschmack des Gerichts zusätzlich aus. Aber Vorsicht – die Kerne im Auge behalten, denn sie verbrennen schnell und dann sind sie nicht mehr zu gebrauchen. Parmesan grob hobeln, Mozzarelle abtropfen lassen, alles vermengen, pfeffern, salzen und buon appetito 🙂 !

 

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Zoom in die leckersten Farben des Frühlings 🙂

 

10 Minuten Lachspasta :)

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Zutaten:

Räucherlachs

Sahne

Vodka

Pfeffer / Salz

Penne rigate

 

Zubereitung:

Den Lachs kleinschneiden und ohne Öl in einer Pfanne leicht anbraten. Der Lachs wird dabei weißlich / heller. Dann mit Sahne ablöschen einen großen Schluck Vodka dazugeben und einkochen. Der Vodka hilft der „deutschen Sahne“, die viel flüssiger ist als die italienische, cremiger zu werden. Die Soße sollte dann so aussehen:

 

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Nebenher Wasser zum kochen bringen, salzen und Pasta al dente kochen. Pasta abgießen und mit Lachs-Sahne-Gemisch vermengen.

BUON APPETITO – lecker, schnell zubereitet und auch leicht für viele Personen zuzubereiten 🙂

 

Carbonara unter Palmen

oder: Wir räumen mit einem Gerücht auf (das sich erstaunlich gut (in Deutschland) hält)

 

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Spaghetti Carbonara

 

Zutaten:

4 Eigelbe und ein ganzes Ei

100 g Pecorino (gerieben gekauft / oder selber reiben)

150 g Speck (gewürfelt gekauft / oder selbst in Würfel geschnitten)

320 g Spaghetti

2 Löffel kaltegepresstes Olivenöl

Schwarzer Pfeffer

 

Zubereitung:

Zuerst einmal die Spaghetti in ganz leicht gesalzenem Wasser al dente kochen (weil der Rest – also Pecorino und Speck – ist sehr salzig!)

Dann in ein wenig Öl den Speck anbraten, wenn er schön knusprig ist vom Herd nehmen.

Danach in einer Schüssel die Eigelbe und das ganze Ei verrühren, den Pecorino dazugeben und gut vermischen, dann pfeffern.

Wenn dir die Soße zu dick erscheint, kannst du ein wenig vom Nudelwasser dazugegeben!

Jetzt auch den Speck, der in der Zwischenzeit leicht abgekühlt ist, in die Schüssel geben und nochmal alles mischen: Die Soße ist fertig.

Die Pasta abgießen aber nicht komplett abtropfen lassen, sondern „noch etwas feucht“ in die Soße geben — das kommt der Soße zugute. Alles verrühren und schnell servieren, denn die Carbonara schmeckt nur superfrisch supergut 🙂

 

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Die Sahne ist das Gerücht

Dieses ist also das traditionelle Carbonara Rezept. Wohlgemerkt ohne Sahne, das ist sehr wichtig und wird nicht nur in vielen Restaurants in Deutschland, sondern auch von manchen Italienern falsch gemacht. Sobald ein Tropfen Sahne in der Carbonara ist, ist es aber keine Carbonara mehr – so viel steht fest! 😉

Aber jetzt: BUON APPETIIIITOOOOO!!!

Wer das ganze noch von einer waschechten Italienerin vorgemacht bekommen will, der schaue sich flink Sonias Video an. Giallo Zafferano ist ein italienisches Kochprogramm, das ich mal auf Rezeptsuche entdeckt habe.. seitdem mache ich immer gemeinsam mit Sonia Carbonara 😉