News News News!

Die Marken in den Top Ten

Trommelwirbelllll…… uuuund raus mit den Neuigkeiten: Die Marken sind auf „Platz 2 der sehenswertesten Regionen für das Jahr 2020 gelandet. Jedes Jahr erstellt der Lonely Planet die Top Ten der besuchenswertesten Regionen auf unserer schönen Welt und mein Bundesland hier in Italien ist top Tipp für das Jahr 2020. Es wird hier als Geheimtipp angepriesen, da es „viel mit seiner Nachbarin, der Toskana, gemeinsam hat, aber nicht so überlaufen ist“. Mal schauen, wie das dann nächstes Jahr aussieht ;).

img_9959

Winterlicher Ausblick auf die marchigianischen Hügel vom Dorf Civitanova Alta aus

Der Lonely Planet hat neben den wunderschönen Stränden, grünen Hügeln und Weinbergen, die die Marken zu bieten haben, vor allem die Orte Loreto und Urbino sowie die Grotten von Frasassi, als Highlights für 2020, genannt. Über den weltberühmten Pilgerort Loreto habe ich hier bereits ausführlich berichtet. Nach Urbino wollte ich im Sommer fahren, habe es aber nicht mehr geschafft. 2020 jährt sich der Todestag von Urbinos berühmtestem Einwohner, dem Maler Raffaello, zum 500. Mal. Wer mit mir zu dieser Gelegenheit Urbino besuchen möchte, der melde sich bei mir. Die Stadt gehört zum Weltkulturerbe und es gibt ganz bestimmt viel zu entdecken :).

Die Grotten von Frasassi sind eine riesige Höhlenanlage, die zu den berühmtesten in ganz Italien zählen, sie beherbergen eine Vielzahl an Stalaktiten und Stalagmiten und anscheinend würde der komplette Mailänder Dom in die größte der Höhlen passen. Frasassi befindet sich bei Genga, einer kleinen Stadt in der man zur Weihnachtszeit eine „lebendige Krippe“ besuchen kann. Außerdem ist es in der Nähe von Fabriano, einer weiteren sehr sehenswerten Stadt, die für die Papierherstellung bekannt ist. Aber jetzt erstmal die Top Ten anschauen (Ungeduldige können zur Minute 2:20 vorspulen):

 

 

Hier gibt es unzählig viele kleine Städtchen, die borghi, durch die man flanieren kann und sich in vergangene Zeiten transportieren lassen kann. Jedes hat seinen eigenen Charme, zu meinen bisherigen Favourites gehören Torre di Palme und Grottammare Alta hier gibt es jedoch keine Grenzen beim Entdecken und in Italien gibt es die jährliche Auszeichnung des borgo dei borghi (schönstes Städtchen), wo man sich immer wieder neue Impulse holen kann.

Nicht nur für Kunst-und Kulturinteressierte haben die Marken viel zu bieten sondern auch für Wanderlustige. Im Nationalpark Monti Sibillini alleine kann man locker zwei Wochen verbringen, der Park erstreckt sich über 70.000 ha und hier findet man Orte, die zum Träumen anregen, wie zum Beispiel den Lago di Fiastra, einen See mitten in bezaubernder Naturlandschaft. Die bis zu 2500 Meter hohen Berge bieten auch Gelegenheiten zum Skifahren.

img_4701

Hervorragende Köstlichkeiten direkt am Meer im Chalet „Casbah“ in Porto Sant’Elpidio oben im Bild die besagten Schnecken mit Spieß

Neben der wunderschönen Natur dieser Region, ist das Essen am meisten hervorzuheben. Die Marchigiani -wie die Einwohner hier heissen- verstehen es bestens an alten Rezepten und Zutaten festzuhalten und ihre önogastronomischen Traditionen zu pflegen und zu hüten. Das wohl bekannteste Rezept sind die Vincisgrassi, die marchigianische Lasagne. Aber von leckeren Meeresfrüchtegerichten am Strand bis zu Schnecken, die man mit einem kleinen Holzspieß isst, über im Dorf handgemachten Käse, bis zu den typischen Weißweinen Pecorino, Passerina und Verdicchio, von denen ihr vielleicht noch nie gehört habt? (gerne kommentieren, wenn ihr sie kennt/mögt 🙂 – die Marken sind eine Entdecker-Region, hier findet man das echte Italien. Es kommt hier sehr oft vor, dass man der einzige Tourist an einem Ort ist und sich die Einwohner nach einem umdrehen, wenn sie hören, dass man nicht den Dialekt des Städtchens oder gar eine ganz andere Sprache spricht. Meiner Erfahrung nach warten die Menschen in diesem Bundesland nicht auf Touristen. Man darf hier nicht unbedingt erwarten in einem Restaurant umsorgt zu werden oder mit Fülle an Informationen über sehenswerte Orte überschwemmt zu werden. Hier muss man nachfragen, buddeln und auf eigene Faust losziehen, vielleicht ist es genau das, was die Marken so sehenswert macht.

IMG_0401

Blick von Sirolo aus auf den Monte Conero und das adriatische Meer

 

Wenn du nur einen Nachmittag in den Marken hast (Hypothese: du willst in Ancona eine Autofähre irgendwohin nehmen und bist aus versehen zu früh da) dann würde ich dich nach Sirolo schicken. Ein Spaziergang durch dieses kleine Städtchen im Nationalpark des Monte Conero zeigt die Schönheit der Marken auf einen Blick. Mit einem gelato artiginale (nach tradiotionsrezept hergestelltes Eis) in der Hand, dem atmosphärischen Monte Conero (Hausberg dieser Region) im Rücken und dem Weitblick aufs mare adriatico (Adria) kann man hier sozusagen alles in einem genießen. Außerdem befinden sich hier in der Nähe superschöne Strände, falls noch Zeit für ein Bad sein sollte! Der Spiaggia delle due Sorelle (Strand der zwei Schwestern) zum Beispiel wurde dieses Jahr von Skyscanner zum schönsten Strand Italiens ernannt, hierfür aber einen extra Ausflugstag einplanen, da der Strand nur vom Wasser aus zugänglich ist.

Wie ihr merkt, die Marken sind grün, die Marken sind bunt und sehr facettenreich. Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass die Region Fermo in der Welt für Schuhhandwerk bekannt ist. Hier ist zum Beispiel die Marke Tods ansässig. Im Sommer gibt es zahlreiche Schuhmärkte und ganzjährlich kann man sich in Schuh-Outlets und Fabrikverkäufen austoben.

War jemand von euch schon einmal in den Marken? Was hat euch besonders gut gefallen oder geschmeckt? Freue mich auf Kommentare und ein Abo, falls ihr gerne noch mehr Geheimtipps aus Italien kennenlernen wollt.

Für die Italienischverstehen unter uns hier noch ein Link zum Thema, auch für die Nichtitaliener ist das Video sehenswert, denn es zeigt viele der oben genannten Sehenswürdigkeiten: https://siviaggia.it/idee-di-viaggio/video/marche-luoghi-da-visitare-2020-lonely-planet/254534/

Willkommen daheim #5

Wie bemerkst du, dass du „zu lange“ in Italien warst? – Wenn du auf ein Amt musst und in den Survival-Mode schaltest: Öffnungszeiten trippelchecken, Proviant mitnehmen, auf der Fahrt mehrere Strategien ausarbeiten, um an dein gewünschtes Dokument zu kommen, sofort beim Betreten des Amtes den „Nummer-Zieh-Automat“ ausfindig machen, Vitalzeichen der anderen Wartenden durch Sichtkontrolle checken…

Winter Kinder

Wenn du am 20. November zum letzten Mal -wenn auch nur für ein paar Sonnenstunden und mit viel Wind- im Bikini am Strand lagst und es am 17. Januar bereits wieder so aussieht:

… dann hast du deine Winterziele erreicht. Die Tage werden länger und die Sonne macht mich jeden Tag noch ein bisschen glücklicher.. hoffen wir mal, dass es bis im April genau so bleibt 🙂 🌊☀️🌴

Another day in paradise

Sonntage sind für Ausflüge da.. und so ging es heute -bei Dezember-Traumwetter- los, um weiter die Umgebung zu entdecken. Die Marken sind wirklich ein Landstrich, in den Touris sich noch eher selten verirren.. zumindest im Landesinneren und vor allem im Dezember… gut, ich bin kein Touri, aber ich war heute mit einer Kollegin unterwegs und wir haben meistens englisch gesprochen .. da kann es schon mal passieren, dass jemand den Fensterladen öffnet und den Kopf rausstreckt, um zu schauen, ob Aliens in seinem Dorf gelandet sind ..

Nach 6 Kilometern Spaziergang durch 2 bezaubernde Orte (Sant‘ Elpidio a Mare und Civitanova Alta) kann ich euch die Fotos nicht vorenthalten. Videos gibts dann vermutlich morgen auf Instagram @ladolcevitaliana

Ein Mittag in Loreto

Loreto. Ein magischer Ort. Ich hatte es schon geahnt, bevor ich wirklich da war und das hat 2 Gründe. Eines Tages stieg ich in einen Zug von Ancona nach Venedig. Das heisst, wir wollten einsteigen.. aber er kam erstmal nicht. Nach viel casino am Bahnsteig, hörte ich zum ersten Mal von Loreto, als ein Bahnangestellter meine Hand tätschelte und sagte „gnädige Frau, ihr Zug wird kommen und sogar bald, er macht grad in Loreto halt und holt sich noch schnell den Segen der Madonna ab“ … ich war verwirrt, wollte nach Venedig -und zwar schnell- und sagte nur, dass ich von Loreto noch nie gehört habe, aber sehr glücklich darüber bin, dass der Zug doch noch kommt. Der Bahnangestellte hatte mich in diesem Moment für die größte Kulturbanausin in den Marken gehalten…

Meine zweite Begegnung mit Loreto hatte ich auf der Autobahn einige Monate später.. (noch im Zug hatte ich mir vorgenommen dieses Loreto ausfindig zu machen und es zu besuchen, oder mir zumindest vorerst mal den Namen der Stadt zu merken) von der Autobahn aus sah ich es dann. .. Leuchtend in der Sonne! Stolz! und doch bescheiden.. erhoben auf einem lieblichen Berg.. die Kathedrale leuchtete buchstäblich .. ich passierte das Schild auf der Autobahn, das auf Loreto verwies, und da war mir klar, dass ich soeben besagten Ort gesehen habe, mit dem ich am Bahnhof von Ancona meine erste „Begegnung“ hatte… ich setzte Loreto sofort auf meine ‚innere Ausflugsliste‘ und dann kam der Ausflug.

IMG_0493

Goodbye durchs Fenster, heute kein Leuchten.. ist ja auch spät jetzt..

 

IMG_0336

Atemberaubende Weitsicht

Loreto. Also. Es ist Anfang Juli, die Sonne brennt vom Himmel, ein wunderschöner Tag. Die Anfahrt ist unschuldig, wenn man überland kommt.. man bewegt sich auf wunderschönen Landstraßen, die ein wenig der Toskanalandschaft gleichen und der Winkel alleine, in dem die Sonne scheint, macht mich schon glücklich. Schon von weitem strahlt dieser Ort! Aber jetzt mal der Reihe nach.. nach einem kleinen Spaziergang ausserhalb der Stadtmauern mit unglaublich schönem Ausblick, schreite ich durch das große Tor, nur um einen noch schöneren Ausblick vorzufinden. Aber zwei Dinge irritieren mich, erstmal das Flugzeug, das den Anblick verschandelt und dann, als ich mich umdrehe.. eine Ansammlung von Ständen mit Kreuzen und Statuen, die mich augenblicklich verstehen lassen, dass hier was falsch läuft :p

IMG_0349

Ist Loreto jetzt wegen Maria berühmt oder wegen Flugzeugen?!

IMG_0344

Bin ja eher so der Meertyp, aber dieser Berg hat ’s mir angetan..

Wer sich dazu entscheidet, in die Basilika einzutreten und wie ich ohne Vorbereitung Orte besucht (manch einer nennt es naiv, mir jedoch macht es Spaß) der wird dann auch verstehen, was da los ist. Die herrschaftliche leuchtende Basilika, von der ich ja jetzt schon öfter gehört hatte, wurde um ein Häuschen herum gebaut und zwar um kein geringeres als das der Maria.. ja DER Maria – die, nach der ihr alle benannt seid :p – Sie wird auch Mutter Gottes genannt oder Maria von Nazareth – DIE Jungfrau. Das macht Loreto also zum wichtigsten Wallfahrtsort Italiens (dachtet ihr auch, dass es Rom wäre …?!)

Das Haus in dem Jesus‘ Mutter in Nazareth aufgewachsen ist steht also in Loreto, Marken, Italien. Wie es da hinkam? Offensichtlich über Griechenland, Kroatien und zwar mit dem Schiff… Wer mehr erfahren will schaue sich diese Seite an, die ich gefunden habe, aber mit der ich nichts zu tun habe. 

 

IMG_0347

Auf dem Weg zur Basilika, rechter Hand befinden sich alle Souvenirstände .. 

 

IMG_0350

Schön hier, wa?

IMG_0351

Beste Aussicht

IMG_0359

Der wunderschöne Vorplatz der Basilika plus Frontansicht 😉

 

Man betritt also die Kirche und hinten am Ende des Schiffs steuert man auf Marias Haus zu. Quasi ein Zweizimmerhaus. In Nazareth war es an einer Mauer gebaut (auch diese wird noch heute verehrt) deshalb hat das Haus nur 3 Wände. An das Innere kann ich mich nicht mehr richtig erinnern, denn ich war erstaunt von den vielen Menschen, die darin beteten, knieten und auf Wunder hofften oder einfach nur staunend da standen und sich fragten, was Marias Haus hier eigentlich macht.

 

IMG_0364

Fotografieren verboten?

IMG_0368

Malerei, Marmor, Gold, das Übliche..

Ich weiss es, meine Freunde sagen es mir andauernd, ich mache zu viele Fotos. Überall. In der Basilika habe ich mich mal zurückgehalten.. deswegen, wenn ihr Marias Haus sehen wollt, dann fahrt hin 😉 dasselbe gilt für die schöne Altstadt Loretos – definitiv ein Ausflug wert! Was ich euch allerdings nicht vorenthalten kann, ist dieses Schild, das in der Nähe des Eingangs der Kirche zu finden war. Darauf steht: „Jammern verboten: Hör auf zu klagen und fang an dein Leben zum Besseren zu verändern!“

Wenn das mal nicht ein super Tipp der Kirche ist 🙂

IMG_0370

Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Happy weekend und geniesst den Ausblick auf den Monte Conero und das Meer:

IMG_0371

Ausblick auf unseren Hausberg: Monte Conero

IMG_0372

Meer 

IMG_0373

mehr Meer, kann nie schaden..

IMG_0376

Kathedrale Rückansicht, sie genießt den obigen Ausblick 

 

IMG_0392

Monte Conero, Meer und Uschi, noch ungebräunt aber trotzdem glücklich 😉

Wenn ihr in der Nähe seid, dann besucht auf jeden Fall auch gleich noch Sirolo. Dort gibt es unglaublich leckeres Eis und den vielleicht schönsten Ausblick der Gegend..

IMG_0401

Monte Conero von Sirolo aus und die herrliche Natur drumherum

 

Wort des Tages: casino = Chaos

Von München ans Meer – erste Bilanz

Was du zuerst weißt ist, dass du nichts weißt.

Man mag es vielleicht nicht glauben, dass es eine große Umstellung sein kann, wenn man von Deutschland nach Italien zieht: Hier erfahrt ihr wie es sich für mich bisher anfühlt.

Als ich damals von München nach Venedig gezogen bin war es schon auch anderes, ich meine: Venedig: man lebt auf dem Wasser. Trotz all der Besonderheiten der Lagunenstadt, hatte ich dort zwar ein ganz anderes Leben, aber die Unterschiede waren anders, und: kleiner, weniger spürbar im alltäglichen Leben.

Jetzt, wo ich von München ans Meer gezogen bin, merke ich, dass ich nichts weiß. Es ist ein völlig anderes Leben hier. Ich bin heute vor einem Monat in München losgefahren und meine erste Minibilanz lässt mich folgendes sagen.

Es ist traumhaft hier, aber ich muss noch viel lernen und ankommen.

Schon alleine der Arbeitsrhythmus (ich arbeite von 9-13 und 15-19 Uhr) lässt darauf schließen, dass hier die Uhren anders ticken. Ich habe mich sehr gefreut, als ich von diesen Arbeitszeiten erfahren habe, denn mir war schlagartig bewusst, dass ich so auch unter der Woche was vom Meer haben werde!! Außerdem bin ich eine Genießerin und Freundin des Selberkochens, was mir die 2 stündige Mittagspause wie ein Träumchen vorkommen lässt. Doch wenn man kocht, isst und 100m vom Meer entfernt wohnt können sogar 2 Stunden knapp werden 😎.

Was aber wirklich krass ist -meine Worte werden nicht annähernd beschreiben wie es sich wirklich anfühlt- ist, dass mittags alles WIE AUSGESTORBEN ist. Anfangs dachte ich, man könnte sich in der Mittagspause in ein Café setzten oder am Markt einkaufen… aber nope. Mindestens von 13-15 Uhr -manchmal auch deutlich länger- ist alles verriegelt. Zumindest im Stadtkern, also Bäckereien, Cafés, Läden, Metzger, Tante Emma Läden, Supermärktchen – ALLES!

Öffnungszeiten des kleinen Supermarktes

Lediglich am Meer haben einige Bars geöffnet – ein Mittagessen am Meer hat noch nie geschadet und man spart auch direkt die Kochzeit und ist schon am Meer zum Spaziergang oder rumlümmeln nach dem Essen…. 😉

Aber es bleibt nicht dabei.. manchmal sind hier zum Beispiel Märkte .. das erste mal als ich das wahrnahm, als ich morgens zur Arbeit ging, freute ich mich schon darauf in der Mittagspause über den Markt zu schlendern und mir vielleicht die ein oder andere Leckerei zu gönnen…. aber: wer hätts gedacht, als ich um kurz nach 13 Uhr ankam wurden gerade die letzten Stände abgebaut..

Da ich eine absolute Langschläferin bin und hier gegen 1 , 2 Uhr ins Bett gehe fällt es mir durchaus schwer vor der Arbeit so einen Markt zu besuchen.. mal schauen, was ich in Zukunft an meinem Rhythmus machen kann.. denn ich wache immer zwischen 5 und 6 auf aber bin dann halt sooooo müüüüüde. Leider beginnen die Märkte die ich bisher gesehen habe auch erst um 9 so dass ich eh keine Chance habe dort einzukaufen.

Letztens habe ich nicht schlecht gestaunt, als eine ältere Dame mir erzählt hat, dass sie jeden Tag um 5:30 aufsteht zur Pineta läuft (unser Pinienwald im Ort) dort spaziert und wieder zurückläuft (15 km Runde – läuft bei der).

Ältere Menschen nutzen hier die Morgenstunden um alles mögliche zu machen (aber die Läden haben glaube ich zu?!?) und ein Freund verriet mir neulich, dass um 5:30 im Meer zu schwimmen am Traumhaftesten sei… i Need to Work on my timing!

Nicht nur morgens, sondern zu allen Tageszeiten ist mein Rhythmus noch nicht so ganz synchronisiert.. denn wenn ich abends aus der Arbeit komme, bin ich entweder sooo hungrig oder will unbedingt noch schnellll ans Meer, bevor die Sonne untergeht. Wenn ich heimgehe um zu essen bin ich danach so müde und träge, dass ich das Haus eher nicht mehr verlasse und die Sonne ist nach dem Essen auch schon untergegangen. Wenn ich hingegen erst ans Meer gehe und dann evtl einkaufen und dann koche und esse, dann ist es soooo spät, dass ich einfach irgendwie alles zu weit nach hinten schiebt.

Ich merke bereits: Entweder müsste man alles vorbereiten, vorkochen oder ähnliches, damit man Mittagspause und den Abend besser genießen kann, denn der Arbeitstag wird halt durch die 2stündige Pause auch sehr lang..

Was ich aber noch mehr spüre, FAMILIE ist ein großes Stichwort. Mein Bekannter, der hier aus dem Ort kommt wohnt je 50 Meter von seinen Eltern und seiner Oma entfernt. Wenn er Mittagspause macht, geht er zu Mamma essen, bei Oma Kaffetrinken und so weiter.. natürlich ist diese Mittagspause, so verbracht, eine wertvolle Familienzeit. Aufgaben werden verteilt und das Zusammenleben wird zelebriert. Da ist es nur logisch, dass alle Läden dicht sind. Personen, die alleine sind, bleiben auf der Strecke…und Touris denken womöglich, dieser ist ein Geisterort…

Das ändert sich aber gehörig gegen spätestens 23 Uhr, denn da geht nämlich die Luzi ab und das Dorf erwacht. Dazu später mehr