Ode an die Cozze

Ja ja, lacht ruhig laut los… die cozze (gesprochen K-O-T-Z-E) 🙂 🙂 🙂 hahahahaha

Immer, wenn ich mit Italienern, die kein Wort deutsch können, cozze genieße, dann geben ich erstmal zum Besten, was die selben Laute auf deutsch bedeuten… und ja, es ist immer lustig und die cozze schmecken danach trotzdem noch hervorragend.

Ihr habt es vielleicht schon erraten, die cozza ist die Miesmuschel. Für diejenigen, die aus den Bergen kommen, ist sie manchmal angsteinflößend, weil „ih“ wer will schon Meeresfrüchte essen.. Hepatitis und weiß der Herr was, könnten ja hinter der nächsten Ecke warten. Auch am Meer scheiden sich teilweise die Geister. Doch hier ist sie berühmt -die cozza– und es gibt soooo viele, soooo leckere Arten diese Muschel zuzubereiten. Manche Skeptiker erzählen dir was von den cozze, die aus Spanien kommen, von denen, die gezüchtet sind oder gar von den cozze aus Übersee, die man ja auf keinen Fall anrühren darf. Doch schauen wir uns das Objekt erstmal an! Darf ich vorstellen: Cozze an Kräutersud. Yummmmmy!

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Darf ich vorstellen: Cozze an Kräutersud

Wer Glück hat und Fischer kennt, der weiß woher die cozze kommen, die dann wenig später, frisch zubereitet, in der Sonne verzehrt werden. Für mich und meine Familie gibt es an einem schönen Sommerabend vielleicht nicht vieles, das uns glücklicher macht, als eine riesen Schüssel voller cozze. Cozze und sonst nix; vielleicht noch traditionelles Staubbrot, das man in den leckeren cozze-Sud tunkt, der übrigens mindestens mit Omas Fleischbrühe mithalten kann.

Hier am Meer hat jede Familie ihr eigenes Rezept, jeder hat eine Geheimzutat, die den Sud besonders speziell und einzigartig macht. Ob Rosmarin, Knofi hoch zehn oder sonstwas. Ich habe meinen Lieblings-cozze-genieß-Ort, an den ich jeden, der mich besuchen kommt, bringe und meistens bleibt es nicht bei einem Besuch. Heute verrate ich diesen Ort aber nicht, sondern zeige euch, was man so alles mit der cozza anstellen kann, denn wie gesagt, hier ist sie der Renner. Ob alleine im Sud, gratiniert, überbacken, an Tomätchen, in der Pasta… nirgends wo schmeckt sie so lecker wie mit Meeresrauschen im Hintergrund und den Liebsten am Tisch!

Happy cozze! Los gehts:

Eine Schüssel cozze macht uns glücklich:

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Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

 

Diese Schüssel war für mehrere Personen, ja, aber sie bildete den fulminanten Höhepunkt nach zwei cozze-Pasta-Gängen sowie zwei cozze-Vorspeise-Gängen. Diese präsentiere ich euch wie folgt:

Zur Vorspeise gratinierte Cozze:

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Gratinierte Cozze 🙂 lecker! Die andere Vorspeise habe ich leider verzehrt und nicht den Foto gezückt. Shame on me .. da war der Hunger größer 😀

Pasta No 1:

Cozze in Gorgonzola, dazu ein guter vino bianco aus den Marken 😉

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Deftig aber lecker: Cozze an Gorgonzola

Pasta No 2:

„Nur“ Tomatensoße gibts in Italien nicht. Die Tomatensoße, die bei uns manchmal abgetan wird als: „kocht jemand, der nicht kochen kann“, ist in Italien vermutlich so verehrt wie sonst nur „la Mamma„. Weiter gehts also mit der zweiten Pasta: Cozze im Tomatensugo:

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Oh – kann das Leben schöner sein? Cozze im Tomatensugo 🙂

Oh lalala … so kann man also Stunden damit verbringen zu Essen – ein richtiger italienischer Samstag Mittag. Man trifft sich um 13:00 Uhr zum Mittagessen und schlürft erstmal ein Weinchen.. natürlich fängt man frühestens um 14:00 Uhr an zu essen und eigentlich hört man auch erst um 16:00 Uhr damit auf.. weil man so viel gegessen hat, was ja auch gar nicht anders geht, bei diesem unschlagbaren Angebot, hat man nach caffè oder Magenbitter eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten.. schlafen, weil betrunken, oder laufen weil zu voll zum Schlafen. Beides ist gut und was gibt es besseres, als ein Samstagmittag in der Sonne mit so viel cozze?? Früher fand ich es schade, dass in Italien ein gemütlicher Samstagsbrunch unter Freunden eher niemanden interessiert. Aber ganz ehrlich.. wer so ein Mittagessen hat, der kann nicht brunchen…

Wer hat jetzt hunger? Ich schon… im Restaurant sind die cozze aus dekorativen Gründen übrigens meistens noch in der Schale, der Profi baut sich eine Cozzezange aus einer Muschel und nimmt damit die Früchte raus, oder „schlürft“ sie raus.. kaum einer ist aber so „schick“ und bemüht sich umständlich mit Messer und Gabel – zumindest nicht unter Freunden, in der Sonne, bei vier Gängen.. im cozze-Paradies.

 

 

 

6 Monate / 3. Advent / 185 Tage Meer

Ich habe in den letzten Monaten viel erzählt, von Schwierigkeiten, Landschaften, Essen, Städten, Bürokratie, Menschen, Palmen, Meer und Entdeckungstouren. Viel gearbeitet, mich viel gebräunt, viel Meeresluft geatmet und Erfahrungen gesammelt. Heute, am 3. Advent, bin ich sechs Monate hier und wenn ich eines sicher sagen kann, dann: ich bin am Anfang! Die Marken sind ein harter Brocken! Es braucht viel Muse, um hier in meinem kleinen Ort Menschen zu knacken und das Leben ist zu 100% anders als an den Orten, an denen ich bisher gewohnt habe. Es war eine Herausforderung bisher und es wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Dafür habe ich einiges gelernt: Es gibt so unglaublich viel zu entdecken! Im Sommer war ich nur draußen unterwegs, wenn ich nicht gerade auf Wohnungssuche war. Museen, Städte, Wein, Trüffel, die Bergregionen mit ihren Naturspektakeln… so viel habe ich noch nicht gesehen und probiert. Einiges habe ich schon probiert, wie einige wenige der vielen marchegianischen Exzellenzweine – außerdem habe ich unzählige Olive all’ascolana gemampft und immer wieder Neues entdeckt, wie Traditionsnachspeisen, Gemüse und Kräuter und vor allem Meeresfrüchte, von denen ich vorher nichts gehört hatte. Ich bin sehr dankbar, dass mich einige wenige Personen hier in ihr Herz gelassen haben und bin gespannt darauf, was im nächsten halben Jahr passiert. Zur Feier des Tages habe ich mir eine 45 minütige Bildershow über die Marken angeschaut, bei der ich noch einiges lernen konnte und mir schonmal Notizen für meine nächsten Erkundungstouren gemacht habe 🙂  (link unten)

Aber jetzt heißt es erstmal, schnell noch eine Woche arbeiten, nach München fliegen, „Großstadtleben“ aufsaugen, ins Schwabenländle fahren und Brezeln essen und dann zurück und auf in neue Abendteuer! Eine fröhliche Weihnachtszeit und einen Guten Rutsch und Gesundheit und felicità wünscht,

Jennifer 🙂

felicità = Glückseligkeit

Wer Lust auf Palmen hat an Weihnachten oder Langeweile und was vom Sofa aus entdecken will, außerdem ist auch die Stimme der Dame sehr besinnlich 😉

 

Ich nehme an, wenn die Dame sagt, dass die Marken ein unentdecktes Gebiet sind, dann meint sie von Touris unentdeckt, denn hier Leben viele Menschen, Tiere, Pflanzen usw. 😉